Didis Bücherturm

Freitag, 16. März 2012

Living a Life of Writing

Seit einiger Zeit verfolge ich den Blog meiner kanadischen (?) Kollegin Rebecca A. Emrich, die über ihren Alltag als Autorin schreibt, über die Schwierigkeiten, damit Geld zu verdienen und über die Möglichkeiten, die sie entdeckt. Manchmal sind recht empfehlenswerte Links dabei, und es lohnt sich, einmal auf ihre Seite zu schauen: http://rebeccasbook.blogspot.com/. Sie hat auch gerade den Versuch gemacht, ihr jüngstes Buch "In Search of the Lost ones" für Kindle zu veröffentlichen, und es ist gut gelungen. Ich habe es mir auch besorgt, da mich das Thema (Lebenswege von siebenbürgischen Soldaten im Zweiten Weltkrieg) berührt. Bei Amazon gibt es Probeseiten zu lesen, bei Goodreads einige Rezensionen. Ich werde es auch besprechen, sobald ich es gelesen habe (das dauert sicher eine Weile, da ich im Moment für eine Jury zahlreiche Titel auf dem Tisch habe) - ich werde Rebeccas Versuch aber weiter beobachten, da ich von diesen Erfahrungen gewiss profitieren kann. Great Blog, Rebecca!

Samstag, 3. März 2012

Urheberecht auf alles?

Ich habe im Februar entschieden zu wenig gearbeitet, aber kein Wunder, die Ereignisse in meinem Privatleben haben viel Platz eingenommen und tun es noch.
Das Schreiben kommt zu kurz, aber ich lese eine Menge – auf der einen Seite sind da rund 50 Romane, die ich als Mitglied einer Jury bis Mitte Mai lesen muss, zum anderen die ganzen Erfahrungsberichte zum Thema Electronic Publishing, aber ich verfolge in lockeren Abständen auch einige Blogs von Autoren und ihren Erfahrungen, und lese in Diskussionsgruppen mit.
In einer davon gibt es zur Zeit eine Reihe von Mails zum Thema "Urheberrecht". Es ist nicht die ganz große Diskussion, die zur Zeit auf politischer Ebene läuft, es ist vielmehr eine ängstliche Debatte darüber, ob es erlaubt ist, Gegenstände abzubilden, ohne die Rechte dafür zu erfragen. Am Anfang stand die Frage einer Autorin, ob sie eine Erlaubnis braucht, wenn sie eine Blisterverpackung von Medikamenten abbilden darf, selbst wenn der Name des Produkts nicht zu sehen ist. Einige meinten darauf sie müsse die Pharmafirma fragen. Das ist für mich einleuchtend, wenn die Verpackung Hauptgegenstand in der Abbildung ist. Ich wäre wahrscheinlich trotzdem nicht darauf gekommen, denn diese Verpackung ist ein alltäglicher Gebrauchsgegenstand, der in dem Moment, wo ich den Inhalt entfernt habe, zu Abfall wird. Wie oft sieht man in Illustrierten, Jugendzeitschriften oder Broschüren des Gesundheitsministeriums Abbildungen, auf denen die Verpackung der Anti-Baby-Pille dargestellt ist? Ist da jedes Mal der Designer der Pillenpackung um die Übertragung eines Teils seines Urheberrechts gefragt worden? Und wie ist das sonst mit allgemeinen Gebrauchsgegenständen? Die Möbel um mich herum hat irgendwann einmal jemand gebaut oder entworfen, besitzt also ein Urheberrecht, genauso wie der Designer der Tasse, die auf dem Tisch steht. Wie viele Genehmigungen müsste ich einholen, wenn ich es immer genau nähme? Ich glaube, wenn ich ein Foto von mir selbst in meinem Zimmer machen lasse und das dann veröffentliche, sind die Darstellungen der Gegenstände um mich herum, die mit auf dem Foto erscheinen, so etwas wie "Zitate", und so würde ich auch damit umgehen.
Ich mache mir Gedanken darüber, weil ich ja das Titelbild meines Kindle-Books erstellen will. Wer hat die Rechte an den Dingen, die auf der Abbildung erscheinen? Am besten, ich wähle nur einen Baum, eine Palme vielleicht, oder ein Stückchen Landschaft. Ich hoffe, dann kommt nicht die Kirche und sagt: Das alles hat der Schöpfer gemacht, sie haben gegen das Urheberrecht Gottes verstoßen, es wird eine Gebühr fällig. Da tut sich eine gewaltige Einnahmequelle für die Kirche auf...
Ich übertreibe. Wichtig ist, dass man nicht ein beliebiges Foto aus dem Internet klaut, es vielleicht ein bisschen bearbeitet, um dann zu sagen: Das ist mein Werk. In so einem Fall wäre der tatsächliche Urheber bestohlen, und er kann zu recht eine Tantieme verlangen. Finde ich. Sagt mein gesunder Menschenverstand. Wie weit Anwälte gehen, weiß ich nicht, also heißt es immer, vorsichtig sein. Im Zweifelsfall nachfragen, bei der Pressestelle der Pharmaindustrie oder im Werbebüro des Tassenherstellers.

Montag, 20. Februar 2012

Textarbeit und Titelbild für E-Books

Im Moment bin ich dabei, meinen philippinischen Reisebericht aufzuarbeiten, den ich als mein erstes E-Buch vorstellen will. Es ist doch mehr Arbeit, als ich dachte - die einzelnen Kapitel hatte ich ja für Freunde und Bekannte geschrieben, und in einen Bericht für ein "externes" Publikum gehört einfach mehr sachliche Information, auch wenn die ganze Reiseschilderung weiterhin aus persönlicher Sicht bleiben soll. Wenn ich mit dem Schreiben fertig bin, kommt die Formatierung und das Einstellen - in der Zwischenzeit mache ich mich "nebenher" sachkundig. Ich werde die Details dann schildern, wenn ich selbst die praktische Erfahrung mache. Jetzt also zuerst das Umarbeiten - ist schon deshalb nötig, weil ich die Berichte auf einer anders aufgeteilten Tastatur geschrieben habe, als ich sie gewöhnt bin. Da passieren Buchstabenverdreher  und Tippfehler, und ich war beim Schreiben offenbar nicht sehr konzentriert - kein Wunder, denn ich habe meinen Blog ja aus einem Internet-Café im Ever Gotesco Commonwealth in Quezon City beschickt, das immer überfüllt war (aber ansonsten bequeme Arbeitsplätze und günstige Preise bot). Aber es macht Spaß, jetzt nach zweieinhalb Jahren die dortigen Erlebnisse wieder vor Augen zu haben. Ich habe auch über 500 Fotos gemacht, die ich allerdings nicht in das E-Book einfügen werde, höchstens ein Titelbild.
Eigentlich braucht ein E-Book ein solches nicht, aber dann setzt Kindle automatisch einen hässlichen Platzhalter da hin, der wenig verkaufsfördernd ist. Ich habe drei oder vier Fotos bzw. Ausschnitte aus Fotos ausgewählt, die ziemlich plakativ sind, aber sie müssen ja auch als winziges Bildchen  in der Vorschau erkennbar sein, und die Schrift, die ich einfüge, muss auch in der Verkleinerung lesbar bleiben.
Außer dass es den Leser anregt, auf das E-Buch aufmerksam zu werden, nimmt es ja eine ganze Seite ein - danach kommt noch das Impressum und das Inhaltsverzeichnis. Beides wird dann in der kostenlosen Vorschau enthalten sein, die Amazon von jedem E-Book anbietet. Zu viel vom Haupttext möchte ich nicht da drin haben, nur gerade so viel, dass man neugierig auf das ganze Buch wird, dessen Preis ich ohnehin nicht zu hoch ansetzen will.

Dienstag, 14. Februar 2012

E-Books und Lektorat: Ein wichtiger Punkt zur Bearbeitung

Die große Gefahr bei E-Books ist natürlich die Betriebsblindheit eines Selbstverlegers. Natürlich ist man vollauf begeistert von dem, was man geschrieben hat – das muss ja einfach gut sein, das müssen die Käufer schließlich einsehen, und wenn ich selbst es gut finde, dann wird es garantiert ein Bestseller. Freunde und Verwandte bestärken einen in dieser Auffassung. Und dann sitzt man da, die Leser bleiben aus. Die Wenigen, die das Buch gekauft haben, schreiben auch noch schlechte Rezensionen.
Das Argument, dass häufig gegen das Selbstverlegen angeführt wird, ist die Tatsache, das niemand es professionell gegengelesen hat, wie es im Lektorat eines Printverlages geschieht. Es geht hier nicht um die Prüfung von Rechtschreibung, Grammatik, Zeichensetzung. Das muss ohnehin stimmen. Wir schicken unsere Babys schließlich auch nicht ohne Beine in die Welt. Es geht auf der anderen Seite auch nicht um "Zensur", die manche Selbstzahler-Verlage oft gegen Lektorate ins Feld führen. Es geht schlicht und einfach darum, ob der Plot die Erzählung zusammenhält, ob noch lose Handlungsstränge da sind, ob die Figuren durchgängig gezeichnet sind, ob der Stil mit dem Inhalt zusammenpasst, ob der zeitgeschichtliche Hintergrund in Ordnung ist und um andere Dinge, die mancher Leser oft gar nicht unmittelbar bemerkt, die ihn aber nach der Lektüre mit einem unzufriedenen Gefühl zurücklassen.
Eine Konfliktlösung, die wie ein Kastenteufel am Ende aus dem Hut gezaubert wird, ist so ein Fall. Ich habe kürzlich einen Krimi gelesen, da taucht ganz am Ende eine Person auf, die bisher überhaupt keine Rolle gespielt hat. Dem Kommissar gelang es nicht, den Verdächtigen, die mit dem Toten zusammen in einer entlegenen Berghütte waren, die Tat nachzuweisen, und ganz zum Schluss kommt heraus, dass zufällig in einer entfernten Nachbarhütte ein arabischer Terrorist sein Versteck hatte und schnell mal auf Skiern herübergekommen ist, um einen möglichen (!) Zeugen einfach so zu beseitigen. Die ganzen Konflikte, die vorher aufgezeigt wurden, waren Beziehungsgeschichten aus der Vergangenheit der beteiligten Personen, und dann dieses Ende. Ein arabischer Terrorist, der auch noch Hobbykoch war und in der einsamen Nachbarhütte für sich allein französische und italienische Spezialitäten zelebriert hat (die passenden Zutaten hat er natürlich immer wieder aus dem Tal geholt, obwohl die andere Hütte, wo der Mord passiert ist, über Wochen eingeschneit war) – das alles wird nicht vom Kommissar herausgefunden, sondern von einer Verdächtigen, die sich einfach mal in der Nachbarschaft umgesehen hat, ob da nicht noch einer ist, der als Täter in Frage käme – und das alles auf den letzten 10 Seiten eines 300-Seiten-Buches. Also, ich kaufe mir von diesem Autor kein Buch mehr, auch kein E-Book für 99 Cent, denn die Zeit, in der ich das lese, wäre mir zu schade. Es gibt genug bessere Bücher.
Und genau darauf müsste ein "Gegenleser" achten – hätte mein Buch Bestand? Ist es interessant, originell, spannend (nicht nur für mich selbst), oder gibt es in der gleichen Art eine ganze Menge bessere? Stimmt alles in der Geschichte?
Das leistet ein Verlag, der in ein gedrucktes Buch viel Geld investiert und es nicht nur zurück haben, sondern eine Menge daran verdienen will. Wir müssen uns also jemanden suchen, der unser Werk genauso kritisch liest und gegebenenfalls so ehrlich ist, uns zu sagen, was daran nicht stimmt. Bloßes Lob unterstützt uns nur in unserer Selbsttäuschung, und dann wundern wir uns, warum nicht nur der Bestseller ausbleibt, sondern warum uns niemand mehr den zweiten oder dritten Band abkauft.

Montag, 13. Februar 2012

Kindle E-Book: Ein Versuch (2)

Gestern und heute habe ich mich damit befasst, wie E-Books (oder, wie Frieling sagt, "Elektrobücher" im Gegensatz zu "Holzbücher" – ich mag diese beiden Begriffe übrigens sehr) erstellt werden – viel technischer Kleinkram, aber wenn man sich zunächst einmal auf eine Sorte konzentriert, wie ich es mit "Kindle"-Books machen will, kann man damit erst einmal damit Erfahrungen sammeln und sein Wissen später auf andere Systeme ausdehnen. Das raten auch die Bücher, die ich zur Zeit parallel lese, einmal das erwähnte "Wie veröffentliche ich ein E-Book auf Amazon.de?" von W.R. Frieling sowie "99 Tipps zur eBook-Erstellung" (Kindle-Version) von Wilfred Lindo – beide kann man natürlich als E-Book bei Amazon günstig kaufen, und wer noch kein Lesegerät hat, kann sich, wie gesagt, dort eine Simulation für den PC herunterladen. Praktisch und sehr einfach zu bedienen. Sollte man wenigstens mal probiert haben, wenn man da mitreden will.
Was ich heute als mein Tagesresümee mit in den Schlaf nehme, ist die Wichtigkeit des Marketings. Das läuft anders als das Marketing für "Holzbücher", man muss nicht nur seine Freunde einspannen, sondern sich auch virtuelle Freunde, Fans und Anhänger im Internet suchen. Facebook, das für mich privat als etwas absolut Gefährliches ist, stellt beruflich einen großen Gewinn dar – es kommt immer darauf an, wie man es benutzt und was man dort der Öffentlichkeit bietet. Ebenso Twitter – davon hatte ich nun überhaupt noch keine Ahnung. Immerhin bin ich in der "Steinzeit" des Rechenschiebers aufgewachsen – meinen ersten Taschenrechner, ein primitives Gerät, das es heute als Werbegeschenk gibt, habe ich für viel Geld im Alter von 25 erworben. Insofern möge man mir verzeihen, wenn ich hier manche heutige Selbstverständlichkeit als kleines Weltwunder beschreibe.
Heute war also noch Twitter dran. Was soll ich damit? Aber das ist etwas ganz Praktisches, und ich werde mich wohl daran gewöhnen. Was man mit Twitter anfangen kann, findet man im "Gründerlexikon" erklärt, und wie es funktioniert, erklären diverse Filmchen auf "Youtube" (bei Bedarf einfach rechts neben dem zuerst erscheinenden Film weitere Beispiele anklicken).
Ach, und morgen ist Valentins-Tag!

Sonntag, 12. Februar 2012

Kindle E-Book: Ein Versuch (1)

(Wer den Artikel über Bethel sucht, findet ihn weiter unten)
Schon seit einiger Zeit denke ich darüber nach, einmal die Veröffentlichung eines meiner Bücher als E-Book zu versuchen. Nun kann das keine x-beliebige alte Erzählung sein, die ich vielleicht überarbeite, sondern eher ein Sachthema, für das meine Agentur nicht zuständig ist. Es geht mir ja in erster Linie darum, einfach auszuprobieren, wie das elektronische Publizieren funktioniert und ob man dabei etwas verdienen kann. Ein erstes Umsehen bei Amazon hat in den letzten Tagen und Wochen ergeben, dass es nicht genügt, einfach eine Textdatei hochzuladen und dann abzuwarten, ob Gelder aufs Konto fließen. Themen habe ich, und ich glaube, ich probiere es mal mit einem Text, der schon weitgehend fertig ist – ich denke mal an meine Reise nach Manila und Ilocos Norte im Jahr 2009. Ich habe ja die Reiseblog-Einträge, die ich ohnehin mal um einige Fakten und Details ergänzen wollte, um sie interessanter zu machen. Ich habe Freunde, die sich dafür interessieren, aber ich verspreche mir keine Riesen-Auflage davon.
Ich will versuchen, hier nach und nach zu berichten, wie ich vorankomme. Ich habe in der letzten Zeit schon einige Schritte unternommen – ich habe mir zuerst den "Kindle für PC" bei Amazon kostenlos heruntergeladen, um mich damit vertraut zu machen – man findet das Kindle auf der entsprechenden Amazon-Seite zum Selbstinstallieren: Hier.
Dann muss man sich natürlich daran gewöhnen, am Bildschirm zu lesen (oder später mal auf einem tragbaren Lesegerät) – das kann man gut mit einem der zahlreichen preiswerten Titel, die es bereits als E-Book gibt, oder mit einem Gratis-Download. Amazon bietet zahlreiche Klassiker und gemeinfreie Bücher an, und es lohnt sich, in den Verzeichnissen zu stöbern. Ich habe mir im Laufe der Zeit eine kleine elektronische Bibliothek zugelegt (nicht nur von Amazon, sondern auch von "Gutenberg" (mit nur einem t) (http://www.gutenberg.org/) und getestet, wie gut ich damit zurechtkomme. Ich muss mich noch damit abfinden, keine Seitenzahlen zu haben, und bevor ich die Fußzeile in der Großansicht noch nicht entdeckt hatte, wusste ich auch nicht, wie weit ich im jeweiligen Text war. Mir fehlt auch das Haptische, das Anfassen und Fühlen von Papier, von guter Verarbeitung. Aber nach allem, was man liest, werden die E-Book-Leser immer mehr, und dieses Publikum sollte man als Autor nicht außer acht lassen. Ich werde weiterhin Beides tun: E-Books und herkömmliche Bücher lesen.
Wie gehe ich nun weiter vor? Ich habe mich erst einmal kundig gemacht, wie das Publizieren von E-Books praktisch vonstatten geht, und konzentriere mich erst einmal auf Kindle, auch wenn niemand sagen kann, welches System sich letztendlich durchsetzen wird. Ich habe mir zu diesem Thema drei E-Books gekauft (ich lade mir ja nicht nur Kostenloses runter): "Wie veröffentliche ich ein E-Book auf Amazon.de?" von W.R. Frieling, welches mir im Moment das Wichtigste ist, da es die genaue Anleitung bietet, wie ich praktisch vorgehen kann, und das auf wichtige Dinge hinweist, die es zu berücksichtigen gilt, von der ISBN bis hin zum Marketing, alles gut verständlich geschildert.
Jetzt mache ich mir Gedanken über Titel und Titelbild. Ich habe etwa tausend Fotos auf der damaligen Reise gemacht, da wird sich schon etwas geeignetes finden, das plakativ genug für ein Titelbild ist, Interesse weckt und auch in der briefmarkengroßen Verkleinerung noch wirkt.
Wie's weitergeht – demnächst an dieser Stelle.

Samstag, 11. Februar 2012

Briefmarken für Bethel

Als ich 13 oder 14 war, hörte ich zum ersten Mal etwas von "Bethel", kann sein, dass es im Konfirmandenunterricht war. Damals war ich noch Mitglied der Kirche, weil meine Eltern meinten, das gehöre sich so. Eine große Behinderten-Einrichtung, dachte ich damals - eine von vielen. Ich stellte mit unter "Behinderten" eigentlich nur Kriegsversehrte vor, denn die gab es in meiner Jugend ja zuhauf - Leute, die ein Bein oder beide verloren hatten, oder einen Arm (wie mein Zeichenlehrer, der mit einer ledernen Hand äußerst geschickt an der Tafel Schraffuren und andere Zeichen-Tricks erklärte, und dessen prothetische hrfeigen besonders gefürchtet wurden), und es lief auch schon mal die eine oder andere Spendenaktion, bei der wir Jugendlichen sammeln halfen. Das Stanniol-"Papier" von Scholkoladentafeln wurde zu Kugeln geballt und in einem Nebenraum der Kirche in Kartons gesammelt und dann irgendwohin zum Einschmelzen geschickt, für einen Rollstuhl. In meiner damaligen Vorstellung entstand der Rollstuhl direkt durch Einschmelzen und Formen - der Umweg über den Erlös kam mir gar nicht in den Sinn.
Ganz besonders "scharf" war der damalige Pfarrer auf gebrauchte Briefmarken. Im Gemeinderaum stand eine Art Aquarium, eine Riesenspardose, in die man die ausgeschnittenen Briefmarken aus seiner Privatpost einwerfen konnte, und einmal oder zweimal im Jahr ging dann ein dickes Paket an Bethel. Ich konnte mir damals noch nicht vorstellen, wie die Behindertenarbeit wohl aussah.
Die Gewohnheit ist aber geblieben. Jedes Jahr packe ich im Winter ein Päckchen mit den übers Jahr gesammelten Marken. Da immer mehr elektronische Post kommt, werden die Päckchen leider immer kleiner, aber ich pflege auch noch richtige Korrspondenzen, und ich bitte meine Briefpartner oft, mir die ausgeschnittenen Marken ihrer Antwort wieder beizulegen. Oft werde ich gefragt, wozu, und ich kann da mittlerweile auf eine Internet-Seite verweisen.
Heute habe ich wieder ein solches Päckchen mit gesammelten Briefmarken für Bethel fertig gemacht und abgeschickt. Als Schriftsteller bekommt man ja immer noch eine Menge Briefpost, und manchmal sind hübsche Sondermarken dabei, über die Sammler sich freuen. Man kann sie, wenn sie nicht geknickt oder angerissen sind, mit breitem Rand ausschneiden, aufheben und sie also, wenn sich der Versand lohnt, nach Bethel (http://www.bethel.de/) schicken. Aber auch normale Alltags-Briefmarken werden dankbar genommen, denn der Verkauf geht auch ins Ausland. Was die Bethel-Stiftung sonst noch alles macht, erfährt man ausführlich auf deren Homepage.
Der Erlös aus dem Verkauf dieser gestempelten Briefmarken fließt, wie gesagt, ein in die Behindertenarbeit – unter anderem wurden davon bereits mehrere Arbeitsplätze geschaffen.
Wer sich direkt über die Verwendung der Briefmarkenspenden informieren will, kann das hier tun.

Mittwoch, 1. Februar 2012

Kulturblog der Buchhandlung Jastram in Ulm

Jeden Morgen, wenn ich den PC einschalte und erst einmal meine Mails abrufe, werde ich von der E-Mail aus dem Kulturblog der Ulmer Buchhandlung Jastram begrüßt. Zuerst gibt es Hinweise auf Geburtstage von bekannten oder (mir) unbekannten Literaten, dann einen Buchtipp oder mehrere, meist ganz persönlich gehalten. Manchmal fühle ich mich erinnert an Bücher, die ich vor langer Zeit mal gelesen habe und die wieder neu erschienen sind, mal werde ich auf hübsche Kinderbücher oder interessante Hörbücher aufmerksam gemacht. Es gibt gelegentlich auch Gedichte oder Fotos vom Wetter draußen, oder es gibt Links zu ausführlicheren Besprechungen, z.B. im Deutschlandradio.
Heute gab es gleich mehrere Tipps, unter anderem den Hinweis auf "Wozu lesen" von Charles Dantzig, erschienen im Steidl-Verlag. Der Verlag wird zitiert: "Das leidenschaftliche Plädoyer eines Granden der französischen Kulturszene für die Lektüre in einer von Bildern dominierten Welt. Elegant und charmant wirbt er für die Literatur als Stimulanz unserer Intelligenz und als Schlüssel zur Welt."
Werde ich mir besorgen. Sicher auch ein schönes Geschenk!
Ich sag hier mal Danke für die netten Morgengrüße, die mich jeden Tag erreichen!
http://jastramkulturblog.wordpress.com/
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Donnerstag, 19. Januar 2012

Digitalisierung und Plagiate

Wie das Magazin "buchreport" meldet, tauchen in der Selfpublishing-Plattform "kindle" verstärkt Plagiate auf – da werden Texte geklaut und mit anderem Titel versehen, ältere (gemeinfreie) Texte unter reißerischem neuen Titel auf den Markt gebracht oder einfach Wikipedia-Artikel zu einem bestimmten Thema zusammengestellt und als "neues" Sachbuch angeboten. Diese dreiste Erscheinung schwappt aus den USA und England mittlerweile bereits zu uns herüber. Welches Ausmaß das angenommen hat und wo man sich melden kann, wenn man auf diese Weise hereingelegt worden ist, erfahrt ihr im "buchreport" online.
Diese Art von unmittelbarem geistigem Diebstahl ist nicht die einzige Gefahr des "digitalen Wandels". Zur Zeit gibt es Kampagnen von den Grünen, der Piratenpartei und diversen Interessenverbänden, die zum Teil frontale Angriffe auf das Urheberrecht darstellen. Der Verband deutscher Schriftsteller und zahlreiche andere Organisationen von Kulturschaffenden kämpfen gemeinsam im Deutschen Kulturrat gegen die teils offenen, teils schleichenden Versuche, die Kulturschaffenden zu enteignen:
Zum Thema kostenlos zum Download das Buch des Deutschen Kulturrates "Digitalisierung: Kunst und Kultur 2.0" (pdf-Datei). Die gedruckte Version des Buches ist für 14,90 Euro über jede Buchhandlung (ISBN 978-3-934868-25-0) und über Amazon.de lieferbar.
(Quelledes markierten Abschnitts: Mail von Dr. Thomas Kraft, Landesvorsitzender des bayrischen VS)