Didis Bücherturm

Sonntag, 3. Juni 2018

Lesungen auf dem Land


Mancher mag denken, Autorenlesungen auf dem Land lohnt sich nicht. Es gibt kaum Buchhandlungen, noch weniger Bibliotheken, keine Veranstaltungskneipen, in denen man seine Bücher vorstellen kann. Weit gefehlt! Es gibt zumindest Buchhandlungen und Bibliotheken – sie sind weit gestreut und die Mitarbeiter(innen) sehr engagiert.

 Das habe ich gestern in Horgau in der Nähe von Augsburg erlebt. Am Ende eines richtig heißen Sommertages traf ich mit dem Bus dort ein, die Fahrt durch das sanfte Hügelland der Westlichen Wälder mit ihren weiten, blühenden Wiesen hatte mich bereits in beste Stimmung versetzt. Ich wurde von einem Jungen an der Haltestelle abgeholt, fand das Publikum bereits erwartungsvoll auf dem Parkplatz vor der Bücherei und wurde freundlich begrüßt wie ein lang erwarteter Gast. Die Leiterin, Frau Hoch-Ohnesorg, führte mich in den hellen, bereits vorbereiteten Raum, in dem einige runde Tische mit je vier Stühlen auf das Publikum warteten. „Mein“ Tisch war bereits mit Steh- und Tischlampe und einem Glas Wasser vorbereitet. Ich packte meine mitgebrachten Bücher, ein paar Verlagsprospekte und einige Lesezeichen dazu. Hatte ich zuerst gedacht, es stünden zu viele Stühle bereit, wurde es doch überraschend voll. Am Eingang gab es ein kleines Buffett mit Naschereien und Getränken.

Nach einer kurzen Begrüßung spielte zuerst ein Akkordeonist, der, wie sich herausstellte, seine Auswahl sorgfältig auf meine Lesung abgestimmt hatte (vom „Kriminaltango“ bis zum „Da capo“ am Ende), dann konnte ich loslegen. Ich bot einige (hoffentlich) interessante und auch lustige Passagen aus meinem neuen Roman „Schüssler und die verschwundenen Mädchen“, und ich spürte, dass sie gut ankamen – aufmerksames Zuhören, Lachen an den „richtigen“ Stellen und der Applaus gaben mir recht. Natürlich habe ich auch eine der Passagen vorgelesen, die in Horgau und Umgebung spielen – sie fanden natürlich besondere Aufmerksamkeit.

Es war eine angenehme Lesung mit anschließend ein paar interessierten Fragen – erneut Applaus gab es, als ich erzählte, dass bereits eine Fortsetzung in Arbeit ist.

Ich bedanke mich hier bei Frau Hoch-Ohnesorg und ihrem ganzen Team für die perfekt organisierte Veranstaltung, dem jungen Musiker für die tolle Begleitung und dem netten Ehepaar, das mich schließlich nach Hause gefahren hat.

Fazit: Es lohnt sich durchaus, in ländlichen Büchereien und Buchhandlungen zu lesen – es gibt ein sehr interessiertes Publikum, das zum Teil sogar eigens aus der Umgebung angereist ist, und in der Regel auch einen so schönen Abend, wie ich ihn hatte. Und da ich bereits für die Vorstellung der Fortsetzung des Romans eingeladen wurde, kann ich hier auch sagen: „Ich komme gern wieder!“

Hinweis: Eine gute, treffende Besprechung meines Buches findet sich im "Schurken-Blog". Kaufen könnt Ihr es in jeder Buchhandlung und notfalls auch im Versandhandel.
Viktor Glass: "Schüssler und die verschwundenen Mädchen", Krimi vor dem Hintergrund des ausgehenden 19. Jahrhunderts, Pendragon-Verlag, Bielefeld, ISBN 978-3-86532-609-6, Preis 13,00 Euro. 




Donnerstag, 24. Mai 2018

Erst das Eine, dann das Andere


In den letzten zehn bis zwölf Monaten habe ich mich völlig verzettelt. Ich bin durch eine unruhige Zeit gegangen, vollgepackt mit privaten und gesundheitlichen Problemen, die mich zeitweise ganz am Schreiben gehindert haben. Als ich dann – nach einer Trennung – allmählich wieder aufgewacht bin, wollte ich alles zugleich schaffen – einen angefangenen Roman, einen Exposé-Auftrag, einen neuen Romanauftrag, zwei Korrekturaufträge… dazu meine Beiträge in zwei Blogs und Vieles mehr. Meine Strukturen, meine Zeiteinteilung, die ich übersichtlich in Stundenpläne eingetragen hatte, all das brach zusammen, weil das Ganze so nicht klappte, zumal der Aufwand an Recherche gar nicht kalkulierbar war.

Es genügte ja schon eine Unterbrechung, ein paar Tage Krankheit, eine eilige Korrektur – dann stimmte das Ganze schon nicht mehr. Und schon war ich mit allem in Verzug. Ich verschob und vertröstete, brach ab, fing neu an, stieß Leute vor den Kopf und verlor Aufträge.

Alles wurde unübersichtlicher. Da lagen angefangene Texte, eilige Korrekturen, recherchematerial in Form von Büchern und Broschüren. Mein Schreibtisch war ein wirrer Papierhaufen. Es ging so nicht weiter. Auf meiner Festplatte sah es genauso aus. Und dann passierte es, dass mein Computer den Geist aufgab. Tagelang war ich blockiert, und das war gut.

Der neue Computer machte mir zu schaffen. Alles war anders. Ich hatte plötzlich ein ganz modernes WORD (statt meines alten von 2003), und nicht nur das. Alles war anders. Bevor ich mich da einarbeitete, musste ich unbedingt erst eine Arbeit fertig machen. Erst das Schreibprogramm. Einen Roman fertigbekommen. Siehe da, als ich mich auf eine Sache konzentrierte, klappte es. Multitasking war vorbei, und nun liegt mein neuer Roman vor, und ich arbeite längst am nächsten Projekt. Eins nach dem anderen wird abgearbeitet. Der Schreibtisch ist aufgeräumter, organisierter. Nach und nach verschwinden die Papierstapel. Nun klappt es - Eins nach dem Andern. Und das soll so bleiben - auch hier im Blog. Ich werde regelmäßig über meine Arbeit berichten, über Erfolge, Misserfolge und Pläne. Schaut hin und wieder mal herein!