Didis Bücherturm

Dienstag, 14. August 2018

Linktipp: Klaus-Peter Wolf

Gerade habe ich einen amüsanten Blogbeitrag über Lesungen an Schulen entdeckt, den der Kollege Klaus-Peter Wolf geschrieben hat. Ich will ihn Euch ans Herz legen, also schaut mal HIER. Und wenn Ihr dann schon mal auf seiner Seite seid, stöbert doch ein bisschen herum. Es lohnt sich!

Sonntag, 1. Juli 2018

Außer Gefecht


Aufnahme: Harald Walter (per Handy)
Für ein paar Tage muss ich nun pausieren, nachdem alles einigermaßen gut lief – ich bin am Bahnhof eine lange Treppe hinuntergestürzt, habe mich überschlagen und dann den Handlauf erwischt – mit einem einzigen Ruck kamen meine 95 Kilo zum Stillstand. Mit dem Verdacht, dass ein Herzinfarkt die Ursache gewesen sein könnte, kam ich in die Notaufnahme des Klinikums und wurde dort auf alles Mögliche untersucht – durch EKG, Röntgen, Ultraschall, Blutentnahme und Vieles mehr. Mein Bruder Harald hat derweil geduldig stundenlang gewartet, bis das Ergebnis feststand (danke!). 
Fazit: Kein Herzinfarkt. Eine Zerrung der Knorpel zwischen Brustbein und den einzelnen Rippen, auf beiden Seiten. Sehr schmerzhaft – jede Bewegung fühlt sich an, als würde jemand mit einem Messer zustechen. Wusstet ihr, dass selbst das Kauen die Muskeln im Brustbereich bewegt? Husten ist eine schmerzhafte Tortur, aber Niesen ist schlimmer. Hoffentlich kriege ich jetzt nicht noch eine Erkältung.



Freitag, 22. Juni 2018

Ein Interview

Im Rahmen eines Interviewprojektes hat Mirco von Maydell mir ein paar Fragen gestellt - hier meine Antworten:
Der Autor mit Tochter Teresa - 2016 in Barcelona






Event: Crime & Thrill - Autor Nr. 9
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Dieter Walter
1.) Stell dich einmal vor, wer bist du, woher kommst du, was machst du so? 
Ich heiße Dieter Walter, bin 1950 in Iserlohn geboren, aufgewachsen im mittleren Ruhrgebiet und lebe seit rund 20 Jahren in Bayern. Ich schreibe seit meinem 12. Lebensjahr, und mein Berufswunsch war schon immer «Schriftsteller». Ich habe in Bochum Sinologie und Publizistik studiert, so dass ich notfalls Ostasienkorrespondent hätte werden können, wenn es mit dem Schreiben nicht geklappt hätte. Mein Haupt-Pseudonym ist «Viktor Glass», und ich habe noch 24 weitere Pseudonyme, da ich in verschiedenen Genres arbeite.
2.) Hast du direkt oder indirekt beruflich mit dem Genre zu tun oder hat es dich einfach gepackt, dass du dabei geblieben bist, mit dem Schreiben?
Das Schreiben ist mein Beruf, ich habe darauf hingearbeitet. Als Schüler war ich erst Mitarbeiter, bald Redakteur der Schülerzeitung, und manchmal schrieb ich die Mehrheit der Artikel. Damit das nicht auffiel, wählte ich hin und wieder Pseudonyme. Ich habe auch für meine jüngeren Geschwister geschrieben, denen ich hin und wieder vorlas – zum Beispiel eine Fortsetzung von Enyd Blytons «Fünf Freunde» - ein Kinderkrimi in einem handgeschriebenen Band, nicht mehr als ein Vokabelheft. Später, während des Studiums, schrieb ich eine Krimi-Satire, «Der Mordfall Lady Pettycoat», der in einem Kleinverlag (édition trèves) erschien, und dann begann ich mit Übersetzungen von Fantasy und SF aus dem Englischen und Französischen, erst nebenbei, dann kamen Unterhaltungsromane hinzu, «Groschenhefte», da machte ich mich selbstständig. Seit 1982 schreibe ich nun freiberuflich, habe aber erst 2004 oder 2005 wieder Zeit für einen Krimi gehabt, der allerdings schnell vergriffen war. Erst jetzt, nach achtjähriger (zweiter) Ehe, die fürchterlich schieflief und zu einer fast ebenso langen Schreibpause führte, fühlte ich mich wieder stark genug. Dieses Jahr habe ich einen Krimi geschrieben, der gleich vom Verlag angenommen und sogar sofort produziert wurde, er ist unter dem Titel «Schüssler und die verschwundenen Mädchen» und meinem Pseudonym «Viktor Glass» im Pendragon-Verlag erschienen. Es gibt dazu eine tolle Rezension im «Schurken-Blog»: https://schurken.blog/…/viktor-glass-schuessler-und-die-ve…/ Die trifft es genau auf den Punkt.
3.) Wer weiß von dir, dass du schreibst(Familie, Freunde, Bekannte, etc.)? Wie finden die das so? Unterstützen die dich?
Ja, meine Familie und meine Freunde wissen, dass ich schreibe. «Dann hast Du ja Zeit», hieß es immer – und hat dazu geführt, dass ich oft mit Nebentätigkeiten überschüttet wurde. Während der Ehe habe ich den Haushalt gemacht (Und zwar gern: Baby! Unsere Kleine ist jetzt 6!), meine Frau hat mich beruflich nicht unterstützt, hat sogar heimlich oder im Streit Bücher aus meiner Bibliothek vernichtet. Ich bin aber auch oft von Freunden gebeten worden, «mal eben» ihren Text durchzusehen und zu beurteilen, ihn zu korrigieren oder gar zu redigieren. Umsonst oder zum Freundschaftspreis. Das ging so weit, dass ich kaum noch zu eigenen Arbeiten kam. Als meine Ehe in die Brüche ging, habe ich die Gelegenheit ergriffen zu sagen: Damit ist jetzt Schluss. Meine Lebenszeit ist schließlich begrenzt. Ich schreibe jetzt nur noch Bücher, die ich schreiben will, und zwar meine eigenen und die, die ich irgendwann meiner Tochter als Vermächtnis hinterlassen möchte. Da mein Schüssler-Krimi gut anläuft, habe ich einen zweiten mit den gleichen sympathischen, außergewöhnlichen Hauptakteuren begonnen. Meine Freunde haben jetzt Verständnis dafür, dass ich nicht ständig ihre Sachen durchkorrigieren kann, jedenfalls nicht umsonst. Ich bin froh, dass meine kleine Tochter «Schriftsteller» als ihren (vorläufigen) Traumberuf sieht und bereits jetzt kleine Büchlein bastelt, in die sie ganz irre Bilder malt.
4.) Was ist das Besondere an dir? Was glaubst du, schätzen deine Leser an dir?
Was das Besondere an mir ist? Ich kann erzählen. Ich bin voller Geschichten, und ich werde es im Leben nicht schaffen, sie alle aufzuschreiben, denn jede Geschichte hat ihre Nebengeschichte, und eine zieht die andere nach sich. Ich habe das von meinem Großvater mütterlicherseits geerbt. Der konnte immer etwas erzählen, und er hatte genauso viel Sinn für Absurdes wie ich. In meinen Büchern muss ich mich da natürlich zurückhalten.
5.) Kann man dich und deine Werke irgendwo lesen? Hältst du gar Lesungen? Wenn ja, wo?
Ja, mein Roman «Schüssler und die verschwundenen Mädchen» ist aktuell erhältlich, und wenn man z.B. bei Amazon nachschaut, gibt es da unter meinem Pseudonym «Viktor Glass» noch den Roman «Diesel» (über den ungeklärten Tod des Erfinders), «Goethes Hinrichtung» (über ein zweifelhaftes Todesurteil, an dem Goethe beteiligt war), und «Das Attentat des Herrn Hauber», (die Geschichte eines vereitelten Attentats auf Hitler, die ich in Zusammenarbeit mit dem Diplomaten Heinz Keller geschrieben habe). Aus meinem aktuellen Roman lese ich am 2.6. in der Bücherei Horgau und dann wahrscheinlich im Herbst in Iserlohn und in Frankfurt auf der Buchmesse bei einem Krimi-Event.
6.) Hast du schon mal was total craziges gemacht? Z.B. Tatorte/Gruselige Orte aufgesucht, oder schon mal per Rollenspiel deinen Krimi nachgespielt oder oder?
Ja, verrückte Sachen habe ich zuhauf gemacht, allerdings früher mehr als heute. Zum Beispiel habe ich mich mal daran beteiligt, bei einer Kommunalbehörde einen zusätzlichen Bürger in die Einwohnerdatenbank und ins Wählerverzeichnis zu schmuggeln. Dieser «Schwindolar Schwan», den es natürlich nicht gab, erregte in den 80er Jahren Aufsehen und musste pro forma «entmündigt» werden, damit er nicht plötzlich Wahlunterlagen beanspruchen konnte. Außerdem habe ich einer Stadtverwaltung im mittleren Ruhrgebiet angeboten, in einer alten Zeche einen privaten Friedhof zu eröffnen, in platzsparender «Senkrechtbauweise» im Hauptschacht. Das hat zu ernsthaften Korrespondenzen geführt. Ganz so kreativ bin ich heute nicht mehr, bzw. verwende ich meinen Einfallsreichtum lieber auf Buchprojekte.
Die «Tatorte» meiner Krimis suche ich alle auf, sofern sie denn existieren. Und Lesungen von mir finden manchmal an absurden Orten statt: Maschinenfabrik, Erotikshop, Autowerkstatt, Möbelhäuser etc. – sogar in Buchhandlungen.
7.) Wenn du die Möglichkeit hättest, einen Autor/eine Autorin aus deinem Genre kennenzulernen, wer wäre das?
Wenn ich die Möglichkeit hätte, eine Krimi-Autorin oder einen Krimi-Autor zu treffen, wäre das am liebsten Val McDermid, eine taffe ältere Dame aus Schottland, die zahlreiche Krimis geschrieben hat, lange Zeit College-Dozentin war, für die Rechte von Homosexuellen und für die schottische Unabhängigkeit eintritt und auch heute noch ihr Wissen und ihre Erfahrungen weitergibt.
Von deutschen Krimiautoren habe ich schon mehrere getroffen.
8.) Was schreibst du noch? Findet man dich in weiteren Genres?
Ich habe im Laufe meines Berufslebens natürlich auch Erfahrungen in anderen Genres gemacht, insbesondere (unter diversen Pseudonymen) Liebesromane, Erotik, SF/Fantasy, historische Romane. Meine Krimis sind ja auch fast historisch, denn sie spielen in der Regel zwischen 1890 und 1900, also in der guten alten Zeit, die so gut ja gar nicht war.
9.) Bist du selbst ein Krimi-/Thrillerleser/Krimi-/ Thrillerschauer oder reicht es dir zu wissen, dass du Krimis/Thriller verfasst?
Ja, ich habe immer gern Krimis gelesen, lange Zeit Lokal- oder Regionalkrimis, aber schließlich ging mir die oft übertriebene «Witzischkeit» und die inflationäre Nennung von Straßennamen auf die Nerven. Ich lese jetzt aber immer noch gern deutsche Krimis. Angefangen habe ich mit den Paul-Temple-Hörspielen im Radio (60er Jahre), aber ich habe auch schon als Jugendlicher die erzgebirgischen Erzählungen von Karl May gelesen, oft mit Krimi-Charakter, oder «Das Fräulein von Scudéry» von E.T.A. Hoffmann, worin eine Schriftstellerin einen Serienmörder zur Strecke bringt – und das im 17. Jahrhundert. Heute lese ich ganz unterschiedliche Krimis, auch ganz neue Titel, etwa drei bis vier pro Woche, und sehe gern gute Krimis im Fernsehen (einen pro Woche).
10.) Hast du eine Facebookseite/Internetseite, die zeigt, was du so machst?
Ja klar! Meine Homepage sieht etwas bieder-konservativ aus, ist aber in Überarbeitung: www.viktorglass.com – und es gibt auch zwei Blogs: unter http://buecherdidi.blogspot.de findet man meinen mehr oder weniger privaten Blog mit Infos über meinen Alltag, meine Arbeit, meine Lektüre etc., und unter http://didiunterwegs.blogspot.de einen kleinen persönlichen Reiseblog. Die Blogs haben (aus gesundheitlichen Gründen) lange geruht, werden aber gerade reaktiviert. Auf Facebook bin ich unter https://www.facebook.com/dieter.walter zu finden, auf Twitter unter https://twitter.com/DieterWalter1 , auf Pinterest unter https://www.pinterest.de/dieterwalter/ .
11.) Welches Ziel/welche Ziele hast du dir als nächstes gesteckt?
Ziele – ja, habe ich. Zunächst einmal möchte ich mindestens so alt werden, dass ich in Ruhe meine nächsten konkreten Buchprojekte fertig machen kann. Das sind: mindestens noch zwei Schüssler-Kriminalromane, außerdem ein Buch über den Maler Joseph Anton Koch und schließlich einen autobiographischen Roman, der «Sommer mit zwei Großvätern». Da geht es um einen Jungen, etwa 12/13, der in seinen Sommerferien nicht nur seine Pubertät als Abenteuer entdeckt, sondern auch die Unterschiede zwischen seinen beiden Großvätern – der Vater des Vaters ist Gerichtsvollzieher und ein alter Nazi-Offizier, der allerhand Dreck am Stecken hat, der andere ist ein gestandener Ur-Sozialdemokrat und Kleinfabrikant, der in der Nazizeit einen jüdischen Freund versteckt hat. Deren Kinder sollten nicht heiraten dürfen, doch damit sie «mussten», haben sie einfach ein Kind gezeugt – eben den Jungen, der nun beide verschiedene Großväter auch noch als Patenonkel hat, die ihn abwechselnd als Feriengast beanspruchen. Dieses Thema ist mir wichtig, und ich arbeite hin und wieder mal daran, wenn ich mal mit einem Auftragstext nicht weiterkomme.
Dann habe ich auch noch einen dystopischen Roman in Arbeit, der im sibirischen Winter spielt – einen Roman um die Mutter und die minderjährige Geliebte eines russischen Serienmörders, frei erzählt nach tatsächlichen Begebenheiten. Und dann hätte ich da noch… und… - aber dazu muss ich mindestens hundert Jahre alt werden und bei Verstand bleiben. Das Abitur meiner Tochter (sie kommt gerade in die Schule) möchte ich mindestens auch noch erleben. Hoffentlich nimmt sie mich danach auch noch auf ihre Weltreise mit.

Sonntag, 3. Juni 2018

Lesungen auf dem Land


Mancher mag denken, Autorenlesungen auf dem Land lohnen sich nicht. Es gibt kaum Buchhandlungen, noch weniger Bibliotheken, keine Veranstaltungskneipen, in denen man seine Bücher vorstellen kann. Weit gefehlt! Es gibt zumindest Buchhandlungen und Bibliotheken – sie sind weit gestreut und die Mitarbeiter(innen) sehr engagiert.

 Das habe ich gestern in Horgau in der Nähe von Augsburg erlebt. Am Ende eines richtig heißen Sommertages traf ich mit dem Bus dort ein, die Fahrt durch das sanfte Hügelland der Westlichen Wälder mit ihren weiten, blühenden Wiesen hatte mich bereits in beste Stimmung versetzt. Ich wurde von einem Jungen an der Haltestelle abgeholt, fand das Publikum bereits erwartungsvoll auf dem Parkplatz vor der Bücherei und wurde freundlich begrüßt wie ein lang erwarteter Gast. Die Leiterin, Frau Hoch-Ohnesorg, führte mich in den hellen, bereits vorbereiteten Raum, in dem einige runde Tische mit je vier Stühlen auf das Publikum warteten. „Mein“ Tisch war bereits mit Steh- und Tischlampe und einem Glas Wasser vorbereitet. Ich packte meine mitgebrachten Bücher, ein paar Verlagsprospekte und einige Lesezeichen dazu. Hatte ich zuerst gedacht, es stünden zu viele Stühle bereit, wurde es doch überraschend voll. Am Eingang gab es ein kleines Buffett mit Naschereien und Getränken.

Nach einer kurzen Begrüßung spielte zuerst ein Akkordeonist, der, wie sich herausstellte, seine Auswahl sorgfältig auf meine Lesung abgestimmt hatte (vom „Kriminaltango“ bis zum „Da capo“ am Ende), dann konnte ich loslegen. Ich bot einige (hoffentlich) interessante und auch lustige Passagen aus meinem neuen Roman „Schüssler und die verschwundenen Mädchen“, und ich spürte, dass sie gut ankamen – aufmerksames Zuhören, Lachen an den „richtigen“ Stellen und der Applaus gaben mir recht. Natürlich habe ich auch eine der Passagen vorgelesen, die in Horgau und Umgebung spielen – sie fanden natürlich besondere Aufmerksamkeit.

Es war eine angenehme Lesung mit anschließend ein paar interessierten Fragen – erneut Applaus gab es, als ich erzählte, dass bereits eine Fortsetzung in Arbeit ist.

Ich bedanke mich hier bei Frau Hoch-Ohnesorg und ihrem ganzen Team für die perfekt organisierte Veranstaltung, dem jungen Musiker für die tolle Begleitung und dem netten Ehepaar, das mich schließlich nach Hause gefahren hat.

Fazit: Es lohnt sich durchaus, in ländlichen Büchereien und Buchhandlungen zu lesen – es gibt ein sehr interessiertes Publikum, das zum Teil sogar eigens aus der Umgebung angereist ist, und in der Regel auch einen so schönen Abend, wie ich ihn hatte. Und da ich bereits für die Vorstellung der Fortsetzung des Romans eingeladen wurde, kann ich hier auch sagen: „Ich komme gern wieder!“

Hinweis: Eine gute, treffende Besprechung meines Buches findet sich im "Schurken-Blog". Kaufen könnt Ihr es in jeder Buchhandlung und notfalls auch im Versandhandel.
Viktor Glass: "Schüssler und die verschwundenen Mädchen", Krimi vor dem Hintergrund des ausgehenden 19. Jahrhunderts, Pendragon-Verlag, Bielefeld, ISBN 978-3-86532-609-6, Preis 13,00 Euro. 




Donnerstag, 24. Mai 2018

Erst das Eine, dann das Andere


In den letzten zehn bis zwölf Monaten habe ich mich völlig verzettelt. Ich bin durch eine unruhige Zeit gegangen, vollgepackt mit privaten und gesundheitlichen Problemen, die mich zeitweise ganz am Schreiben gehindert haben. Als ich dann – nach einer Trennung – allmählich wieder aufgewacht bin, wollte ich alles zugleich schaffen – einen angefangenen Roman, einen Exposé-Auftrag, einen neuen Romanauftrag, zwei Korrekturaufträge… dazu meine Beiträge in zwei Blogs und Vieles mehr. Meine Strukturen, meine Zeiteinteilung, die ich übersichtlich in Stundenpläne eingetragen hatte, all das brach zusammen, weil das Ganze so nicht klappte, zumal der Aufwand an Recherche gar nicht kalkulierbar war.

Es genügte ja schon eine Unterbrechung, ein paar Tage Krankheit, eine eilige Korrektur – dann stimmte das Ganze schon nicht mehr. Und schon war ich mit allem in Verzug. Ich verschob und vertröstete, brach ab, fing neu an, stieß Leute vor den Kopf und verlor Aufträge.

Alles wurde unübersichtlicher. Da lagen angefangene Texte, eilige Korrekturen, recherchematerial in Form von Büchern und Broschüren. Mein Schreibtisch war ein wirrer Papierhaufen. Es ging so nicht weiter. Auf meiner Festplatte sah es genauso aus. Und dann passierte es, dass mein Computer den Geist aufgab. Tagelang war ich blockiert, und das war gut.

Der neue Computer machte mir zu schaffen. Alles war anders. Ich hatte plötzlich ein ganz modernes WORD (statt meines alten von 2003), und nicht nur das. Alles war anders. Bevor ich mich da einarbeitete, musste ich unbedingt erst eine Arbeit fertig machen. Erst das Schreibprogramm. Einen Roman fertigbekommen. Siehe da, als ich mich auf eine Sache konzentrierte, klappte es. Multitasking war vorbei, und nun liegt mein neuer Roman vor, und ich arbeite längst am nächsten Projekt. Eins nach dem anderen wird abgearbeitet. Der Schreibtisch ist aufgeräumter, organisierter. Nach und nach verschwinden die Papierstapel. Nun klappt es - Eins nach dem Andern. Und das soll so bleiben - auch hier im Blog. Ich werde regelmäßig über meine Arbeit berichten, über Erfolge, Misserfolge und Pläne. Schaut hin und wieder mal herein!

Sonntag, 17. Dezember 2017

Hier, wie versprochen, das 17. Söckchen unseres Blog-Adventskalenders - eine kleine, aber ungewöhnliche Weihnachtsgeschichte, zugleich eine Leseprobe von mir. Sie kommt ein paar Stunden verspätet, da ich gerade gesundheitlich nicht besonders gut drauf bin. Trotzdem viel Spaß beim Lesen!
Das nächste Söckchen findet Ihr unter einem dieser drei Links:

bloggewasichwill.de
mik-ina.de
by-arp.de/blog-by-arp/

Viel Spaß!


Salomonische Weihnacht

Zum Jahreswechsel vom neunzehnten ins zwanzigste Jahrhundert feierten viele Menschen in Deutschland nicht das neue Zeitalter, sondern betrauerten den Verlust der Achtzehn, die rund hundert Jahre lang allen Jahreszahlen vorausgegangen war. Die Neunzehn war manch einem im Kaiserreich unsympathisch – handelte es sich doch um eine Primzahl, die sich dem preußischen Ordnungssinn widersetzte und sich weder teilen noch irgendwo einsortieren ließ. Eine Primzahl als Beginn aller Jahreszahlen des neuen Jahrhunderts forderte künftiges Chaos heraus, und das alte war noch nicht einmal richtig verdaut. Dementsprechend gab es wenig Feiern, aber mehr Gedenken.

Im Deutschen Schutzgebiet auf den Salomoninseln östlich von Neuguinea war das nicht anders. Man saß jedoch am Sylvesterabend in der Handelsstation beisammen und trank den eigens zusammengebrauten Jahrhundertpunsch – mangels edler Weine aus dem Rheingau hatte man diverse einheimische alkoholische Getränke mit lokalen Obstsorten gemischt und damit ein einigermaßen schmackhaftes Getränk von zur Zeit unbekannter Bekömmlichkeit zustande gebracht.

Ein Jahrhundertpunsch war unerlässlich – daheim, also im Kaiserreich, trank man ihn auf allen Sylvesterfeiern, zu Hause oder in den Bierhallen, mit köstlichen heimatlichen Zutaten, die hier in den Kolonien nicht erhältlich waren.

Von Rohde, der oberste Verwaltungsbeamte des nördlichen Salomon-Archipels, Stellvertreter des deutschen Gouverneurs von Neuguinea und Ozeanien, hatte mit seiner Familie den Sylvesterabend arrangiert – eingeladen war die gesamte Verwandtschaft des Handelsbeauftragten Leyensieff, also er selbst und seine gerade erst heiratsfähig gewordene Tochter, deren Kölner Akzent mehr an die deutsche Heimat erinnerte als das kühle Hamburger "Missingsch" von Balthasar Bohnsack, dem Besitzer der hiesigen Werft, die nichts weiter war als ein Stück schlammiges Ufer, wo bisweilen irgendwelche seeuntüchtige Dampfschiffe, die sich in diese am weitesten abgelegene aller deutschen Kolonien verirrt hatten, Monate oder Jahre auf Ersatzteile warteten und meist bei deren Eintreffen bereits verrottet waren. Außerdem war der junge Leutnant Friedrich Freiherr von Templin anwesend, der zur Zeit der höchste Vertreter des Reichsheeres vor Ort war.

Sonntag, 3. Dezember 2017

Ich bin dabei!

... im diesjährigen Blogger-Adventskalender!

Schon seit neun Jahren gibt es den Blogger-Adventskalender "24 Söckchen", der nun bei Alex und seinem Blog "Selbstexperiment.de" beheimatet ist. Jede Bloggerin und jeder Blogger wartet mit einer kleinen Überraschung auf und nennt am Ende seines Beitrags die Adresse des Blogs, auf dem das nächste "Söckchen" wartet - oder vielmehr drei Blogadressen, denn die Leser(innen) sollen ruhig ein wenig suchen. Wie es genau funktioniert, hat Alex hier formuliert:
 http://www.selbstexperiment.de/2017/11/24-soeckchen-der-blog-adventskalender-2017/
Hier die bereits geöffneten "Söckchen":
1. http://www.selbstexperiment.de/2017/12/blog-adventskalender-2017-1-soeckchen/
2. https://www.ostwestf4le.de/2017/12/02/blog-adventskalender-2017-2-soeckchen-die-schoensten-weihnachtsfilme/
3. http://by-arp.de/blog-adventskalender-das-dritte-soeckchen/





Dienstag, 14. November 2017

Schüssler und die verschwundenen Mädchen

So wird das Titelbild aussehen
Bereits im April 2018 wird mein neues Buch erscheinen! "Schüssler und die verschwundenen Mädchen" spielt in den 1890er Jahren in Augsburg, Horgau und Umgebung, ist aber nicht der typische Heimatkrimi. Wenn die beiden Ermittler Ludwig Schüssler und Caroline Geiger gut von den Leserinnen und Lesern angenommen werden, schreibe ich bestimmt noch einen weiteren Roman mit diesem Team.
Zunächst habe ich aber gleich mehrere andere Projekte, an denen ich arbeite. Gute Recherche dauert halt seine Zeit, macht aber viel Spaß.

Lesungen 
Um meinen neuen Roman möglichst vielen Leuten vorzustellen, plane ich im Frühjahr eine Reihe von Lesungen, nicht nur hier im Großraum Augsburg, sondern auch in Westfalen, wo ich geboren und aufgewachsen bin. Interessierte Buchhändler und andere Veranstalter bitte ich, mich zu kontaktieren.

Die Frühjahrsvorschau des Verlags liegt bereits als pdf vor. Auf den Seiten 10 und 11 findet man die Ankündigung meines Romans. Schaut einfach mal HIER!

Mittwoch, 1. November 2017

Vergesst die Backlist-Titel nicht!



 Vor Kurzem ist in Frankfurt wieder die weltgrößte Buchmesse zu Ende gegangen – über 7100 Aussteller präsentierten mehr als 400.000 Ausstellungsstücke (Bücher, Landkarten und digitale Produkte - Hörbücher und eBooks – Quelle: www.messen.de ).
Wer soll das alles lesen, frage ich mich. Nun, die meisten Neuveröffentlichungen sind wissenschaftlicher Natur, aber dadurch, dass eBooks und Werke von Selfpublishern jetzt mitgerechnet werden, hat die Belletristik längst prozentmäßig einen höheren Anteil. Immer mehr Lesestoff!
Viele Buchbegeisterte bemühen sich, die wichtigsten Neuerscheinungen zu lesen, was aber wahrscheinlich in einem halben Jahr nicht zu schaffen ist, denn da wartet dann die Leipziger Buchmesse mit weiteren Neuerscheinungen auf. Bei den Buchblogger(inne)n wird der Stapel noch zu lesender Bücher immer höher, die Besprechungen immer kürzer oder oberflächlicher.

Ich habe beschlossen, mich nicht selbst so unter Druck zu setzen – ich bespreche wenige Bücher: Fast nur die, die mir gefallen oder hin und wieder eins, über das ich mich besonders geärgert habe. Meist liegt die Buchmesse dann schon eine Weile zurück, oder es hat dann schon die nächste stattgefunden. Mein Buchhändler sagt, dass die Leute dann eher Neuerscheinungen verlangen und in die „alten“ gar nicht mehr hinein schauen, selbst wenn er sie aus dem Regal nimmt und auf den Tisch legt. Das ist schade, und es ist Verschwendung wertvoller Ressourcen.

An einem Buch hat ein Autor oder eine Autorin viele Monate gearbeitet, oft sogar Jahre, hat Lebenszeit und Lebenserfahrung hineingesteckt, Energie, Hoffnung und „Herzblut“. Und das nur, damit das Buch nach einem halben Jahr vom Markt verschwindet?
Es gibt Verlage, die führen noch eine Backlist und bewerben auch Bücher, die ein halbes Jahr oder älter sind – solche Verleger gefallen mir, denn sie zeigen damit, dass sie ihre Bücher lieben und auch für ihre Autoren sorgen.  Als Autor freue ich mich natürlich, wenn mein Buch länger erhältlich ist als nur ein paar Monate nach Erscheinen. Oft braucht die Presse einige Zeit, um Rezensionen zu schreiben (zumal wenn der Autor nicht zu den bekannten Koryphäen zählt), und die Buchhandlungen machen natürlich nur Lesungen, wenn damit zu rechnen ist, dass auch noch Bücher verkauft werden können.
Ein anderer Punkt ist, dass ein Buch sich nachträglich noch als Best- oder Longseller erweisen kann, oder dass manch ein Leser sich einen bestimmten Titel erst später kauft, weil er nicht all die Neuerscheinungen, die zur Messezeit auf den Markt kommen, gleichzeitig wahrnimmt und schon gar nicht gleichzeitig kaufen kann.

Ich zum Beispiel mache unter älteren Büchern so manche Entdeckung. Das muss nicht erst auf dem Wühltisch passieren (das ist ohnehin eine schädliche Einrichtung, denn dort landen Bücher oft viel zu schnell, weil speziell die großen Verlage den Lagerplatz möglichst bald wieder brauchen und durch die Verramschung nicht nur Lagerkosten sparen, sondern auch noch das Stückhonorar des Autors), sondern ich suche, wenn mir ein Buch gefallen hat, auch noch nach anderen, eben älteren, Titeln des Autors, die es von ihm gibt. Dass ich als Leser diese Chance habe, ist meist einer Backlist zu verdanken.
Dass Bücher damit länger auf dem Markt sind, freut einerseits den Leser, der auf Empfehlungen durch Rezensionen oder Mundpropaganda noch zurückgreifen kann, andererseits den Buchhändler, der seine Regale nicht ständig für immer mehr Kurzlebiges umräumen muss und vor allem weniger remittiert.

Ich habe zur Zeit einen ganzen Stapel „Backlist“ und aktuelle Titel hier liegen, größtenteils frisch gelesen, und ich werde in der nächsten Zeit sicher etwas darüber schreiben:
Rainer Gross: „Grafeneck“
Rainer Gross: „Kettenacker“
Alexander Häusser: „Zeppelin!“
Mechtild Borrmann: „Wer das Schweigen bricht“
Andreas Kollender: „Kolbe“
Andreas Kollender: „Von allen guten Geistern“
(diese Titel stammen allesamt aus dem Pendragon-Verlag)

Weiterhin liegen hier:
Jan Hoffmann: „Tod in Augsburg“ (emons:)
und Tom Rob Smith: „The Farm“ (Simon  Schuster) – dieses Buch lese ich gerade. Spannend, mitreißende Geschichte, aber in sehr winziger Schrift!