Didis Bücherturm

Sonntag, 3. Juni 2018

Lesungen auf dem Land


Mancher mag denken, Autorenlesungen auf dem Land lohnt sich nicht. Es gibt kaum Buchhandlungen, noch weniger Bibliotheken, keine Veranstaltungskneipen, in denen man seine Bücher vorstellen kann. Weit gefehlt! Es gibt zumindest Buchhandlungen und Bibliotheken – sie sind weit gestreut und die Mitarbeiter(innen) sehr engagiert.

 Das habe ich gestern in Horgau in der Nähe von Augsburg erlebt. Am Ende eines richtig heißen Sommertages traf ich mit dem Bus dort ein, die Fahrt durch das sanfte Hügelland der Westlichen Wälder mit ihren weiten, blühenden Wiesen hatte mich bereits in beste Stimmung versetzt. Ich wurde von einem Jungen an der Haltestelle abgeholt, fand das Publikum bereits erwartungsvoll auf dem Parkplatz vor der Bücherei und wurde freundlich begrüßt wie ein lang erwarteter Gast. Die Leiterin, Frau Hoch-Ohnesorg, führte mich in den hellen, bereits vorbereiteten Raum, in dem einige runde Tische mit je vier Stühlen auf das Publikum warteten. „Mein“ Tisch war bereits mit Steh- und Tischlampe und einem Glas Wasser vorbereitet. Ich packte meine mitgebrachten Bücher, ein paar Verlagsprospekte und einige Lesezeichen dazu. Hatte ich zuerst gedacht, es stünden zu viele Stühle bereit, wurde es doch überraschend voll. Am Eingang gab es ein kleines Buffett mit Naschereien und Getränken.

Nach einer kurzen Begrüßung spielte zuerst ein Akkordeonist, der, wie sich herausstellte, seine Auswahl sorgfältig auf meine Lesung abgestimmt hatte (vom „Kriminaltango“ bis zum „Da capo“ am Ende), dann konnte ich loslegen. Ich bot einige (hoffentlich) interessante und auch lustige Passagen aus meinem neuen Roman „Schüssler und die verschwundenen Mädchen“, und ich spürte, dass sie gut ankamen – aufmerksames Zuhören, Lachen an den „richtigen“ Stellen und der Applaus gaben mir recht. Natürlich habe ich auch eine der Passagen vorgelesen, die in Horgau und Umgebung spielen – sie fanden natürlich besondere Aufmerksamkeit.

Es war eine angenehme Lesung mit anschließend ein paar interessierten Fragen – erneut Applaus gab es, als ich erzählte, dass bereits eine Fortsetzung in Arbeit ist.

Ich bedanke mich hier bei Frau Hoch-Ohnesorg und ihrem ganzen Team für die perfekt organisierte Veranstaltung, dem jungen Musiker für die tolle Begleitung und dem netten Ehepaar, das mich schließlich nach Hause gefahren hat.

Fazit: Es lohnt sich durchaus, in ländlichen Büchereien und Buchhandlungen zu lesen – es gibt ein sehr interessiertes Publikum, das zum Teil sogar eigens aus der Umgebung angereist ist, und in der Regel auch einen so schönen Abend, wie ich ihn hatte. Und da ich bereits für die Vorstellung der Fortsetzung des Romans eingeladen wurde, kann ich hier auch sagen: „Ich komme gern wieder!“

Hinweis: Eine gute, treffende Besprechung meines Buches findet sich im "Schurken-Blog". Kaufen könnt Ihr es in jeder Buchhandlung und notfalls auch im Versandhandel.
Viktor Glass: "Schüssler und die verschwundenen Mädchen", Krimi vor dem Hintergrund des ausgehenden 19. Jahrhunderts, Pendragon-Verlag, Bielefeld, ISBN 978-3-86532-609-6, Preis 13,00 Euro. 




Donnerstag, 24. Mai 2018

Erst das Eine, dann das Andere


In den letzten zehn bis zwölf Monaten habe ich mich völlig verzettelt. Ich bin durch eine unruhige Zeit gegangen, vollgepackt mit privaten und gesundheitlichen Problemen, die mich zeitweise ganz am Schreiben gehindert haben. Als ich dann – nach einer Trennung – allmählich wieder aufgewacht bin, wollte ich alles zugleich schaffen – einen angefangenen Roman, einen Exposé-Auftrag, einen neuen Romanauftrag, zwei Korrekturaufträge… dazu meine Beiträge in zwei Blogs und Vieles mehr. Meine Strukturen, meine Zeiteinteilung, die ich übersichtlich in Stundenpläne eingetragen hatte, all das brach zusammen, weil das Ganze so nicht klappte, zumal der Aufwand an Recherche gar nicht kalkulierbar war.

Es genügte ja schon eine Unterbrechung, ein paar Tage Krankheit, eine eilige Korrektur – dann stimmte das Ganze schon nicht mehr. Und schon war ich mit allem in Verzug. Ich verschob und vertröstete, brach ab, fing neu an, stieß Leute vor den Kopf und verlor Aufträge.

Alles wurde unübersichtlicher. Da lagen angefangene Texte, eilige Korrekturen, recherchematerial in Form von Büchern und Broschüren. Mein Schreibtisch war ein wirrer Papierhaufen. Es ging so nicht weiter. Auf meiner Festplatte sah es genauso aus. Und dann passierte es, dass mein Computer den Geist aufgab. Tagelang war ich blockiert, und das war gut.

Der neue Computer machte mir zu schaffen. Alles war anders. Ich hatte plötzlich ein ganz modernes WORD (statt meines alten von 2003), und nicht nur das. Alles war anders. Bevor ich mich da einarbeitete, musste ich unbedingt erst eine Arbeit fertig machen. Erst das Schreibprogramm. Einen Roman fertigbekommen. Siehe da, als ich mich auf eine Sache konzentrierte, klappte es. Multitasking war vorbei, und nun liegt mein neuer Roman vor, und ich arbeite längst am nächsten Projekt. Eins nach dem anderen wird abgearbeitet. Der Schreibtisch ist aufgeräumter, organisierter. Nach und nach verschwinden die Papierstapel. Nun klappt es - Eins nach dem Andern. Und das soll so bleiben - auch hier im Blog. Ich werde regelmäßig über meine Arbeit berichten, über Erfolge, Misserfolge und Pläne. Schaut hin und wieder mal herein!

Sonntag, 17. Dezember 2017

Hier, wie versprochen, das 17. Söckchen unseres Blog-Adventskalenders - eine kleine, aber ungewöhnliche Weihnachtsgeschichte, zugleich eine Leseprobe von mir. Sie kommt ein paar Stunden verspätet, da ich gerade gesundheitlich nicht besonders gut drauf bin. Trotzdem viel Spaß beim Lesen!
Das nächste Söckchen findet Ihr unter einem dieser drei Links:

bloggewasichwill.de
mik-ina.de
by-arp.de/blog-by-arp/

Viel Spaß!


Salomonische Weihnacht

Zum Jahreswechsel vom neunzehnten ins zwanzigste Jahrhundert feierten viele Menschen in Deutschland nicht das neue Zeitalter, sondern betrauerten den Verlust der Achtzehn, die rund hundert Jahre lang allen Jahreszahlen vorausgegangen war. Die Neunzehn war manch einem im Kaiserreich unsympathisch – handelte es sich doch um eine Primzahl, die sich dem preußischen Ordnungssinn widersetzte und sich weder teilen noch irgendwo einsortieren ließ. Eine Primzahl als Beginn aller Jahreszahlen des neuen Jahrhunderts forderte künftiges Chaos heraus, und das alte war noch nicht einmal richtig verdaut. Dementsprechend gab es wenig Feiern, aber mehr Gedenken.

Im Deutschen Schutzgebiet auf den Salomoninseln östlich von Neuguinea war das nicht anders. Man saß jedoch am Sylvesterabend in der Handelsstation beisammen und trank den eigens zusammengebrauten Jahrhundertpunsch – mangels edler Weine aus dem Rheingau hatte man diverse einheimische alkoholische Getränke mit lokalen Obstsorten gemischt und damit ein einigermaßen schmackhaftes Getränk von zur Zeit unbekannter Bekömmlichkeit zustande gebracht.

Ein Jahrhundertpunsch war unerlässlich – daheim, also im Kaiserreich, trank man ihn auf allen Sylvesterfeiern, zu Hause oder in den Bierhallen, mit köstlichen heimatlichen Zutaten, die hier in den Kolonien nicht erhältlich waren.

Von Rohde, der oberste Verwaltungsbeamte des nördlichen Salomon-Archipels, Stellvertreter des deutschen Gouverneurs von Neuguinea und Ozeanien, hatte mit seiner Familie den Sylvesterabend arrangiert – eingeladen war die gesamte Verwandtschaft des Handelsbeauftragten Leyensieff, also er selbst und seine gerade erst heiratsfähig gewordene Tochter, deren Kölner Akzent mehr an die deutsche Heimat erinnerte als das kühle Hamburger "Missingsch" von Balthasar Bohnsack, dem Besitzer der hiesigen Werft, die nichts weiter war als ein Stück schlammiges Ufer, wo bisweilen irgendwelche seeuntüchtige Dampfschiffe, die sich in diese am weitesten abgelegene aller deutschen Kolonien verirrt hatten, Monate oder Jahre auf Ersatzteile warteten und meist bei deren Eintreffen bereits verrottet waren. Außerdem war der junge Leutnant Friedrich Freiherr von Templin anwesend, der zur Zeit der höchste Vertreter des Reichsheeres vor Ort war.

Sonntag, 3. Dezember 2017

Ich bin dabei!

... im diesjährigen Blogger-Adventskalender!

Schon seit neun Jahren gibt es den Blogger-Adventskalender "24 Söckchen", der nun bei Alex und seinem Blog "Selbstexperiment.de" beheimatet ist. Jede Bloggerin und jeder Blogger wartet mit einer kleinen Überraschung auf und nennt am Ende seines Beitrags die Adresse des Blogs, auf dem das nächste "Söckchen" wartet - oder vielmehr drei Blogadressen, denn die Leser(innen) sollen ruhig ein wenig suchen. Wie es genau funktioniert, hat Alex hier formuliert:
 http://www.selbstexperiment.de/2017/11/24-soeckchen-der-blog-adventskalender-2017/
Hier die bereits geöffneten "Söckchen":
1. http://www.selbstexperiment.de/2017/12/blog-adventskalender-2017-1-soeckchen/
2. https://www.ostwestf4le.de/2017/12/02/blog-adventskalender-2017-2-soeckchen-die-schoensten-weihnachtsfilme/
3. http://by-arp.de/blog-adventskalender-das-dritte-soeckchen/





Dienstag, 14. November 2017

Schüssler und die verschwundenen Mädchen

So wird das Titelbild aussehen
Bereits im April 2018 wird mein neues Buch erscheinen! "Schüssler und die verschwundenen Mädchen" spielt in den 1890er Jahren in Augsburg, Horgau und Umgebung, ist aber nicht der typische Heimatkrimi. Wenn die beiden Ermittler Ludwig Schüssler und Caroline Geiger gut von den Leserinnen und Lesern angenommen werden, schreibe ich bestimmt noch einen weiteren Roman mit diesem Team.
Zunächst habe ich aber gleich mehrere andere Projekte, an denen ich arbeite. Gute Recherche dauert halt seine Zeit, macht aber viel Spaß.

Lesungen 
Um meinen neuen Roman möglichst vielen Leuten vorzustellen, plane ich im Frühjahr eine Reihe von Lesungen, nicht nur hier im Großraum Augsburg, sondern auch in Westfalen, wo ich geboren und aufgewachsen bin. Interessierte Buchhändler und andere Veranstalter bitte ich, mich zu kontaktieren.

Die Frühjahrsvorschau des Verlags liegt bereits als pdf vor. Auf den Seiten 10 und 11 findet man die Ankündigung meines Romans. Schaut einfach mal HIER!

Mittwoch, 1. November 2017

Vergesst die Backlist-Titel nicht!



 Vor Kurzem ist in Frankfurt wieder die weltgrößte Buchmesse zu Ende gegangen – über 7100 Aussteller präsentierten mehr als 400.000 Ausstellungsstücke (Bücher, Landkarten und digitale Produkte - Hörbücher und eBooks – Quelle: www.messen.de ).
Wer soll das alles lesen, frage ich mich. Nun, die meisten Neuveröffentlichungen sind wissenschaftlicher Natur, aber dadurch, dass eBooks und Werke von Selfpublishern jetzt mitgerechnet werden, hat die Belletristik längst prozentmäßig einen höheren Anteil. Immer mehr Lesestoff!
Viele Buchbegeisterte bemühen sich, die wichtigsten Neuerscheinungen zu lesen, was aber wahrscheinlich in einem halben Jahr nicht zu schaffen ist, denn da wartet dann die Leipziger Buchmesse mit weiteren Neuerscheinungen auf. Bei den Buchblogger(inne)n wird der Stapel noch zu lesender Bücher immer höher, die Besprechungen immer kürzer oder oberflächlicher.

Ich habe beschlossen, mich nicht selbst so unter Druck zu setzen – ich bespreche wenige Bücher: Fast nur die, die mir gefallen oder hin und wieder eins, über das ich mich besonders geärgert habe. Meist liegt die Buchmesse dann schon eine Weile zurück, oder es hat dann schon die nächste stattgefunden. Mein Buchhändler sagt, dass die Leute dann eher Neuerscheinungen verlangen und in die „alten“ gar nicht mehr hinein schauen, selbst wenn er sie aus dem Regal nimmt und auf den Tisch legt. Das ist schade, und es ist Verschwendung wertvoller Ressourcen.

An einem Buch hat ein Autor oder eine Autorin viele Monate gearbeitet, oft sogar Jahre, hat Lebenszeit und Lebenserfahrung hineingesteckt, Energie, Hoffnung und „Herzblut“. Und das nur, damit das Buch nach einem halben Jahr vom Markt verschwindet?
Es gibt Verlage, die führen noch eine Backlist und bewerben auch Bücher, die ein halbes Jahr oder älter sind – solche Verleger gefallen mir, denn sie zeigen damit, dass sie ihre Bücher lieben und auch für ihre Autoren sorgen.  Als Autor freue ich mich natürlich, wenn mein Buch länger erhältlich ist als nur ein paar Monate nach Erscheinen. Oft braucht die Presse einige Zeit, um Rezensionen zu schreiben (zumal wenn der Autor nicht zu den bekannten Koryphäen zählt), und die Buchhandlungen machen natürlich nur Lesungen, wenn damit zu rechnen ist, dass auch noch Bücher verkauft werden können.
Ein anderer Punkt ist, dass ein Buch sich nachträglich noch als Best- oder Longseller erweisen kann, oder dass manch ein Leser sich einen bestimmten Titel erst später kauft, weil er nicht all die Neuerscheinungen, die zur Messezeit auf den Markt kommen, gleichzeitig wahrnimmt und schon gar nicht gleichzeitig kaufen kann.

Ich zum Beispiel mache unter älteren Büchern so manche Entdeckung. Das muss nicht erst auf dem Wühltisch passieren (das ist ohnehin eine schädliche Einrichtung, denn dort landen Bücher oft viel zu schnell, weil speziell die großen Verlage den Lagerplatz möglichst bald wieder brauchen und durch die Verramschung nicht nur Lagerkosten sparen, sondern auch noch das Stückhonorar des Autors), sondern ich suche, wenn mir ein Buch gefallen hat, auch noch nach anderen, eben älteren, Titeln des Autors, die es von ihm gibt. Dass ich als Leser diese Chance habe, ist meist einer Backlist zu verdanken.
Dass Bücher damit länger auf dem Markt sind, freut einerseits den Leser, der auf Empfehlungen durch Rezensionen oder Mundpropaganda noch zurückgreifen kann, andererseits den Buchhändler, der seine Regale nicht ständig für immer mehr Kurzlebiges umräumen muss und vor allem weniger remittiert.

Ich habe zur Zeit einen ganzen Stapel „Backlist“ und aktuelle Titel hier liegen, größtenteils frisch gelesen, und ich werde in der nächsten Zeit sicher etwas darüber schreiben:
Rainer Gross: „Grafeneck“
Rainer Gross: „Kettenacker“
Alexander Häusser: „Zeppelin!“
Mechtild Borrmann: „Wer das Schweigen bricht“
Andreas Kollender: „Kolbe“
Andreas Kollender: „Von allen guten Geistern“
(diese Titel stammen allesamt aus dem Pendragon-Verlag)

Weiterhin liegen hier:
Jan Hoffmann: „Tod in Augsburg“ (emons:)
und Tom Rob Smith: „The Farm“ (Simon  Schuster) – dieses Buch lese ich gerade. Spannend, mitreißende Geschichte, aber in sehr winziger Schrift!

Mittwoch, 25. Oktober 2017

Trump 1984

Die britische Grafikdesignerin Emma King hat Tausende von Donald Trumps berüchtigte Tweets gesichtet und damit eine verblüffende Version von Orwells "1984" zusammengestellt - anzusehen in der neuen Ausgabe der Zeitschrift "dezeen". Hier ist der direkte LINK zum Artikel!

Dienstag, 29. August 2017

Roman abgeliefert!



Endlich, mit mehr als einem halben Jahr Verspätung, habe ich das Manuskript eines Kriminalromans an einen Verlag geliefert, eines Romans, der Ende des 19. Jahrhunderts in Augsburg spielt. Ich habe viel recherchiert, besonders die Details: Wie hat man damals in Augsburg gelebt, wie sah es in der Stadt aus, mit welchem Geld hat man bezahlt, welches Bier hat man getrunken und zu welchem Preis, wie war die Polizei organisiert, wie sah es in der Umgebung aus, wie ging es auf dem Lande zu?
Natürlich habe ich vor dem Schreibbeginn eine Grundrecherche gemacht, aber beim der konkreten Arbeit brauchte ich natürlich Details: Fuhr zu meiner gewählten Zeit am Perlachberg noch die Pferdebahn oder schon die Elektrische? Und wenn keine von beiden – warum nicht? Gab es schon Touristen in Augsburg? Warum dann meistens Briten? Wo waren die Kasernen, wie hießen die Regimenter, wo haben die Soldaten ihre Freizeit und ihren Sold versoffen? Fast bis zur letzten Seite habe ich noch Details geprüft. Ich habe zum Beispiel nachgeschaut, wie die Keltenschanzen in den Wäldern aussehen, warum die Kirchen in den Dörfern ihren jeweiligen Namen tragen, wann welche Eisenbahnstrecke gebaut wurde, wie die Augsburger über die Eingliederung ihrer Heimat ins deutsche Reich dachten und, und, und. Manches Ergebnis habe ich dann gar nicht im Roman verwendet, weil ich die Geschichte nicht mit „Wissen“ überfrachten wollte.
Ein großer Teil der Geschichte spielt in der Augsburger Altstadt
 Die meisten Autoren beschweren sich darüber, wie anstrengend die Recherche für einen Roman sei. Ich halte das für Großtuerei und Lobfischen. Für mich ist dieses Recherchieren der spannendste, abenteuerlichste und vor allem der lehrreichste Teil der Arbeit, und manchmal habe ich mich im Internet regelrecht verfranst – was mir in der Realität nicht passiert ist, auch wenn ich mir vor Ort die Bauweise der Keltenschanzen oder die Atmosphäre hundert Jahre aller Biergärten angeschaut habe. Besonderen Spaß hat mir das Überprüfen der Namen gemacht, den ich wollte ja keine real existierende oder verstorbene Person benennen. Dabei hat Augsburg interessante Nachnamen, die aus alter Zeit stammen: Fugger und Welser, Mozart und Brecht kann man in so einem Roman allerdings nicht verwenden, es sei denn, es geht gerade um diese Personen, aber wie wäre es mit Halbleib, Habenicht, Langenmantel, Großkopf, Hackepeter?
Ich glaube, ich habe ein spannendes Buch zusammengestellt, und das in einer Zeit, in der es privat drunter und drüber ging (siehe vorigen Beitrag weiter unten).
Mein Buch wird hoffentlich bald erscheinen. Ich plane Lesereise – eine hier in Bayern/Schwaben, eine zweite im Westfälischen und im Ruhrgebiet. Vielleicht treffen wir uns ja mal bei einer Lesung? Ich werde alle Termine in diesem Blog ankündigen.

Zum Schluss noch ein Hinweis aus meiner „Linkwundertüte“ (Nr. 3/100): Wenn Ihr Krimis lest oder welche im Fernsehen anschaut, dann ist Euch sicher schon aufgefallen, dass häufig gleich ein „Gerichtsmediziner“ oder gar ein „Pathologe“ am Tatort auftaucht und durch voreilige Schlüsse dem Ermittler ins Handwerk pfuscht.  Das ist fern jeder Realität. Was es mit den Gerichtsmedizinern auf sich hat, was sie wirklich tun und wann sie hinzugezogen werden, das hat Rosemarie Benke-Bursian akribisch und ausführlich recherchiert.


Montag, 28. August 2017

Fertig!

Lange habe ich an meinem neuen Roman geschrieben - ein halbes Jahr länger als geplant. Ich habe nicht nur mehr recherchiert als sonst, um die richtige Atmosphäre zu treffen, war viel unterwegs, habe viel gelesen, viel im Internet überprüft.Ich habe versucht, in die Zeit um 1890/1900 einzutauchen, und es hat mich viel Nerven gekostet, immer und immer wieder unterbrochen zu werden. (Dass ich immer noch nicht mit voller Konzentration arbeite, zeigt dieser Beitrag, der im Folgenden ins Private abschweift - über meine Arbeit schreibe ich im nächsen Beitrag, den ihr weiter oben findet.)

Alte Keltenschanze bei Horgau, ein Schauplatz meines Romans




Privates
Normalerweise ist es nicht meine Art, hier Persönliches darzustellen, aber ich möchte meinen Lesern schon mitteilen, wieso es seit drei Jahren kein neues Buch von mir gibt. Es sind  eine Menge unvorhergesehender Dinge passiert - zum Beispiel die Trennung von meiner Frau, die mit unserem Kind und ein paar wenigen Sachen ausgezogen ist. Nun, es ist schade, dass diese Beziehung auseinander gegangen ist, aber wenn sie glaubt, uns allein finanziert zu haben, irrt sie. Ich habe mich nicht nur überwiegend um die Kleine gekümmert, ich habe ihr auch viel beigestanden bei einem Buchführungskurs, bei dem sie ständig Verständnisfragen hatte, ich habe die Hausaufgaben korrigiert, gescannt oder in pdf verwandelt und versandt, habe allen Behördenkram erledigt, einschließlich Steuererklärung (obwohl sie nach dem Buchführungslehrgang besser dafür qualifiziert gewesen wäre), dazu gings dann um Bewerbungen, Besuche auf Jobmessen (immer mit dem sprachlichen Argument, denn sie ist - oder war! - Ausländerin, hat aber jetzt die deutsche Staatsbürgerschaft. Natürlich nicht ohne Zeitaufwand meinerseits). Fast täglich kochen, einkaufen, Wege zum Kindergarten. Dortige Termine habe ihnehin immer ich wahrgenommen, genau wie die zeitaufwändigen Fahrten zum Kinderarzt. Führerschein. Autokauf mit Besuchen in mehreren Autohäusern. Kreditanträge. Und dann die ewigen Streitereien darum, dass ich meine Romane nicht fertig bekam (die Carl-Zeiss-Biografie ging völlig den Bach runter, ebenso mehrere andere Terminaufträge). Hin und wieder habe ich mich in die Stadtbücherei geflüchtet, um da zu arbeiten, aber mein Laptop pfeift mittlerweile auf den letzten Löchern. Nichts bekam ich mehr pünktlich hin.
Housesitting und Arbeit lassen sich gut kombinieren
 Arbeit
Jetzt geht es aufwärts. Ich habe zeitweise unsere Tochter bei mir (und zwar gern - sie ist mein großes Glück im Leben). Es ist aber wie eine Befreiung, dass ist jetzt manchmal mehrere Stunden an einem Stück arbeiten kann, ohne jederzeit mit Unterbrechungen rechnen zu müssen (oft kamen die alle zehn Minuten oder häufiger, so dass ich die Zeiten, in denen meine Frau arbeiten war, mit einem Wust von häuslichen Aufgaben und überflüssigen Korrespondenzen wie dem Umtausch von Fehlkäufen, aber vor allem mit Korrekturen der gestern "verbrochenen" Manuskriptseiten verplempern musste, statt Neues zu schreiben). Jetzt habe ich zum ersten Mal wieder einen Roman abgeliefert, habe wieder die Möglichkeit, zu lesen oder Freunde zu treffen, habe wieder "input", der ja fürs Schreiben unerlässlich ist. Meine Tage sind im positiven Sinne "ausgefüllt". Ich habe zwar aufgrund der Trennung auch wieder eine Menge Papierkram (dessen Ende absehbar ist), komme aber mehr zum Schreiben als bisher, da ich meine kreativen Momente genau dafür verwenden kann.   
Neue Pläne machen
 Pläne
Ich habe noch drei Romanaufträge zu bearbeiten, verwende danach dann mein unfertiges Zeiss-Manuskript, um daraus noch etwas zu machen, und es  kommen wieder jede Menge Ideen. Ich habe noch einen Korrekturauftrag, den ich nebenher machen kann, aber zu meiner Absicherung übernehme ich Arbeit an Messeständen (habe ich früher oft gemacht), aber auch Housesitting und Korrektorate. Das lässt sich alles gut miteinander verbinden. Wer meine günstigen Preise für Korrekturen erfahren will, sollte sich mal einen älteren Beitrag  in diesem Blog anschauen.