Didis Bücherturm

Samstag, 14. April 2012

E-Book geschenkt: 24 Stunden kostenlos runterladen!

Um Werbung für mein E-Book zu machen, muss ich es auf verschiedenen Plattformen anbieten – hier im Blog zum Beispiel, auf meiner Homepage und auf Facebook und Twitter. So viele Menschen wie möglich sollen sich meinen Titel ansehen, hineinlesen – und ihn dann kaufen. Dazu gibt es bei Amazon das "KDP Select"-Programm, bei dem man seinen Titel anmeldet. In diesem Programm werden E-Books "verliehen", was immer das bedeutet. In den USA und diversen anderen Ländern gibt es die Möglichkeit, E-Books vorübergehend zu besitzen und zu lesen, und in dieser Zeit kann ein Autor oder Verleger sein Buch auch für eine begrenzte Zeit verschenken, beispielsweise 24 Stunden lang. Wichtig ist, dass diese Aktion auch bekannt wird, und da helfen Twitter, facebook und sonstige Mundpropaganda. Wichtig ist das Weitersagen. Die 24 Stunden gehen immer von 0.00 Uhr eines Tages bis 23.59 Uhr – allerdings Pacific Standard Time. Man muss das umrechnen.
Ich biete mein Buch "Der Tod der Schamanen" am 21.4. kostenlos an – das heißt, von 0 bis 24 Uhr PST - in Mitteleuropa ist das von 9.00 Uhr am Samstag, den 21.4. bis kurz vor 9.00 Uhr am Sonntag, den 22.4. 2012. Hier noch mal der Link für "Der Tod der Schamanen":
http://www.amazon.de/dp/B007RZBRCG
Bitte diese beiden farbig unterlegten Abschnitte mitsamt dem Link kopieren und an so viele Leute wie möglich weitergeben. Danke!
Weil die Leute, wenn sie etwas geschenkt bekommen, vielleicht auch nachschauen, ob es noch mehr von mir gibt, muss bis dahin auch meine Autorenseite mit den Print-Büchern fertig sein und möglichst auch mein neues E-Book vorliegen. Und das ist in Arbeit.

Dienstag, 10. April 2012

Amazon-Ranking "Der Tod der Schamanen"

Seltsam, ich blick da nicht durch. Mein E-Book "Der Tod der Schamanen" ist im Amazon Ranking so hoch wie kein anderes meiner Bücher zuvor - selbst mein biografischer Roman über Diesel kommt da nicht mit. reut mich sehr. Verkauft ist aber nicht gerade viel - woran mag das liegen?
Wenn man den Titel bei Google eingibt, steht er ganz oben in der Liste, aber das liegt daran, dass es wenig Ähnliches gibt. Bin gespannt, wie sich das entwickelt - wäre schön, wenn ich nebenher ein wenig Geld damit verdienen könnte, denn wir ziehen bald um und brauchen eine neue Küche.
Heute habe ich an einem Roman und an einem Korrekturauftrag gearbeitet. Viel geschafft. Tut gut.
Unter dieser Nummer findet man  das Buch: ASIN: B007RZBRCG

Samstag, 7. April 2012

Der Tod der Schamanen

Es ist da!
Schließlich hat es sich als viel leichter herausgestellt, als gedacht – Amazon nimmt nämlich auch Word-Dateien entgegen und wandelt sie entsprechend sebst um. So ist mein erstes E-Buch, "Der Tod der Schamanen" bereits im Handel - für 1,99 Euro ist es hier zu finden: http://www.amazon.de/dp/B007RZBRCG Leider gibt es im Buch kein Inhaltsverzeichnis – ich dachte, das legt sich durch die Formatierung der Überschriften dann automatisch an. Aber macht nichts – ich lerne weiter, und mit jedem Buch habe ich mehr Erfahrung. Schaut mal rein – es gibt eine Produktprobe.
Für Leute, die in und um Augsburg wohnen, hier noch ein Tipp:
Am Montag, den 23. 4. 2012 Lese ich um 19.30 Uhr in der Bücherei Sankt Ulrich und Afra, Ulrichsplatz 16 (direkt gegenüber der Basilika) Ausschnitte aus meinen Büchern. Da dann gerade "Welttag des Buches" ist, verschenke ich an die ersten 30 Besucher ein verlagsfrisches Buch (wahrscheinlich einen titel von Hans Fallada). Der Eintritt ist frei, aber es wird um eine Spende zugunsten der Bücherei gebeten. Ich lese in diesem Ausnahmefall ohne Honorar. Ich hoffe, es lassen sich eine Menge Gäste blicken - für Interessenten bringe ich auch Bücher von mir selbst mit und signiere sie auf Wunsch. 

Dienstag, 3. April 2012

Mein E-Book – die Vorformatierung

Die Absicht, meinen Philippinen-Reisebericht als mein erstes E-Book zu veröffentlichen, hat sich geändert – ich habe noch sehr viel daran zu tun, Ergänzungen vorzunehmen, und dann muss das Ganze gegengelesen werden.
Ich habe allerdings eine ganze Reihe von kleinen Erzählungen, die sich auf Lesungen gut bewährt haben und zum größten Teil veröffentlicht und bereits lektoriert sind – daraus habe ich vor ein paar Tagen eine kleine Sammlung zusammengestellt und mich heute ans Formatieren gemacht. Für "Kindle" kann man das mit dem Word bereits erledigen. Erst einmal sämtliche alten Formatierungen raus – das war gar nicht so einfach, aber dann habe ich das Gesamtmanuskript als "Nur Text" abgespeichert und neu formatiert – die Überschriften brav mit der Formatvorlagen-Funktion (sonst wird bei der Konvertierung kein Inhaltsverzeichnis angelegt). Warum plötzlich beim Zwischenspeichern Kursivschrift auftauchte, bleibt mir ein Rätsel, aber ich hab's nach einigen Versuchen wegbekommen. Jetzt kommen die Absatz-Formate. Damit man den Beginn eines neuen Absatzes besser erkennt, sollte man am Anfang um ein Geviert einrücken (etwa 0,5 cm), abgesehen vom jeweils ersten Absatz eines Textes.
Nun kommen die Seitenumbrüche nach jeder Geschichte – ist sinnvoll, und der größere Teil der leeren Seiten verschwindet.
Damit Kindle das später verarbeiten kann, darf nichts mit der Leertaste oder gar dem Tabulator gemacht werden – alles geht bestens mit dem Menü "Format" – "Absatz".
Seitenzahlen raus! Klar, Kindle braucht keine Seitenzahlen, die wären ja bei verstellbarer Schriftgröße widersinnig. Es gibt sogenannte Sprungpunkte. Diese "Anker", an denen ich Abbildungen festmachen könnte, kann ich nur mit HTML selbst einfügen – das beherrsche ich noch nicht.
Kann ich nun konvertieren? Besser noch nicht – ich weiß ja noch gar nicht, wie, und es fehlt die ganze Titelei. Eine ISBN spare ich mir in diesem Fall. Ich mache ja nicht viel Werbung, sondern teste das Ganze einfach mal an diesem Beispiel.
Name, Titel, dann unten das Impressum. Das muss sein, da es gesetzlich vorgeschrieben ist.
Jetzt geht es an die Titelseite. Muss optisch ansprechend sein. Ob ich die Grafik separat einstelle oder in die Datei einfüge? Ich werd's herausfinden. Und um später das Format umwandeln zu können, lade ich mir schon mal den Mobipocket-Creator herunter: http://www.mobipocket.com/en/downloadsoft/productdetailscreator.asp - kostet nichts, soll aber sehr hilfreich sein. Das Herunterladen geht schnell. Die Seite merke ich mir unter "Favoriten", denn es gibt da noch einige Hilfen, die ich eventuell brauche – z.B. zur Erstellung des Inhaltsverzeichnisses oder des Covers. Heute bin ich einen Riesenschritt weitergekommen!

Dienstag, 20. März 2012

Manuskripte überarbeiten

aufgenommen am
 Commonwealth Boulevard in Höhe
 der St. Peter's Parish Curch
 in Quezon City
Wenn ich an einem Buch sitze, schreibe ich oft einfach drauflos, immer an meinem Exposé entlang, bis die Fantasie die Führung übernimmt und die Figuren sich mit ihrer Geschichte ganz von allein weiterentwickeln. Dann muss ich nach dem Korrigieren oder auch gleichzeitig damit eine Überarbeitung durchführen, damit der Roman sich wieder dem Exposé, also der ursprünglichen Geschichte, angleicht. Manchmal sind schmerzhafte Einschnitte nötig, und ich muss Einfälle und Episoden, die mir eigentlich gefallen, wieder herausnehmen, um nicht von der eigentlichen Geschichte abzulenken. Ich schneide sie aus und hebe sie in einer gesonderten Datei auf, um sie später irgendwo zu verwenden – was eigentlich nie passiert.


aufgenommen in
Malingay Blue Lagoon,
 Pagudpud / Ilocos Norte
 Bei meiner Philippinen-Reisegeschichte ist es komplizierter – ich hatte den ursprünglichen Blog in Quezon City geschrieben in dem Wissen, dass ich in einem Staat mit einer Generationen alten Diktatur befinde (selbst der Sturz von Marcos ließ ja die Oligarchie an der Macht), und ich wusste nicht, wie weit Mails und Internet überwacht waren. Daher war ich zurückhaltend mit dem, was ich schrieb. Die Gedanken, Gespräche und Ereignisse kommen wieder, und ganz frisch kann ich meine Blogeinträge zu richtigen kleinen Reportagen ergänzen – die Eindrücke von der Bevölkerung, den Tag in Intramuros, den Ausflug ins nördliche Umland, die Fahrt an die Nordspitze der Insel, all das ist wieder da. Der Versuchung, jetzt schon durch Fotos zu ergänzen, ist da, aber ich will jetzt nicht zu viel auf einmal hineinpacken. Erst einmal überarbeite ich die Blogeinträge, die mein Rohmanuskript sind, und mache einen informativen und spannenden Reisebericht daraus. Dann wird noch einmal Korrektur gelesen. Bis Ende April will ich fertig sein.

aufgenommen in Intramuros, Manila
Mittlerweile habe ich meine Fotos durchgesehen und nach einer geeigneten Aufnahme für das Titelbild gesucht. Vieles wirkt allerdings durch seine üppige Farbigkeit – und ist damit für ein Schwarzweißbild nicht geeignet, zumal dies auch kontrastreich und plakativ sein muss. Und der Text soll natürlich passen und auch in Verkleinerung lesbar sein. Ich habe Einiges probiert. Drei Entwürfe habe ich in die engere Wahl gezogen. Sie entstammen eigenen Fotos. So recht gefallen sie mir noch nicht, aber ich habe einen Favoriten, nämlich dieses Bild hier links. Vielleicht ändere ich meine Meinung noch einmal, aber dieser Ausschnitt eines Bildes, das ich im historischen Intramuros gemacht habe, passt sehr gut zum Inhalt. Insgesamt ist die Qualität der Bilder nicht besonders, u.a., weil die Auflösung nicht besonders groß ist, und dadurch hat die Schrift, wenn man die Bilder vergrößert, hässliche Stufen. Ich habe halt kein Grafikprogramm, dessen Funktionen ich verstehe.

Freitag, 16. März 2012

Living a Life of Writing

Seit einiger Zeit verfolge ich den Blog meiner kanadischen (?) Kollegin Rebecca A. Emrich, die über ihren Alltag als Autorin schreibt, über die Schwierigkeiten, damit Geld zu verdienen und über die Möglichkeiten, die sie entdeckt. Manchmal sind recht empfehlenswerte Links dabei, und es lohnt sich, einmal auf ihre Seite zu schauen: http://rebeccasbook.blogspot.com/. Sie hat auch gerade den Versuch gemacht, ihr jüngstes Buch "In Search of the Lost ones" für Kindle zu veröffentlichen, und es ist gut gelungen. Ich habe es mir auch besorgt, da mich das Thema (Lebenswege von siebenbürgischen Soldaten im Zweiten Weltkrieg) berührt. Bei Amazon gibt es Probeseiten zu lesen, bei Goodreads einige Rezensionen. Ich werde es auch besprechen, sobald ich es gelesen habe (das dauert sicher eine Weile, da ich im Moment für eine Jury zahlreiche Titel auf dem Tisch habe) - ich werde Rebeccas Versuch aber weiter beobachten, da ich von diesen Erfahrungen gewiss profitieren kann. Great Blog, Rebecca!

Samstag, 3. März 2012

Urheberecht auf alles?

Ich habe im Februar entschieden zu wenig gearbeitet, aber kein Wunder, die Ereignisse in meinem Privatleben haben viel Platz eingenommen und tun es noch.
Das Schreiben kommt zu kurz, aber ich lese eine Menge – auf der einen Seite sind da rund 50 Romane, die ich als Mitglied einer Jury bis Mitte Mai lesen muss, zum anderen die ganzen Erfahrungsberichte zum Thema Electronic Publishing, aber ich verfolge in lockeren Abständen auch einige Blogs von Autoren und ihren Erfahrungen, und lese in Diskussionsgruppen mit.
In einer davon gibt es zur Zeit eine Reihe von Mails zum Thema "Urheberrecht". Es ist nicht die ganz große Diskussion, die zur Zeit auf politischer Ebene läuft, es ist vielmehr eine ängstliche Debatte darüber, ob es erlaubt ist, Gegenstände abzubilden, ohne die Rechte dafür zu erfragen. Am Anfang stand die Frage einer Autorin, ob sie eine Erlaubnis braucht, wenn sie eine Blisterverpackung von Medikamenten abbilden darf, selbst wenn der Name des Produkts nicht zu sehen ist. Einige meinten darauf sie müsse die Pharmafirma fragen. Das ist für mich einleuchtend, wenn die Verpackung Hauptgegenstand in der Abbildung ist. Ich wäre wahrscheinlich trotzdem nicht darauf gekommen, denn diese Verpackung ist ein alltäglicher Gebrauchsgegenstand, der in dem Moment, wo ich den Inhalt entfernt habe, zu Abfall wird. Wie oft sieht man in Illustrierten, Jugendzeitschriften oder Broschüren des Gesundheitsministeriums Abbildungen, auf denen die Verpackung der Anti-Baby-Pille dargestellt ist? Ist da jedes Mal der Designer der Pillenpackung um die Übertragung eines Teils seines Urheberrechts gefragt worden? Und wie ist das sonst mit allgemeinen Gebrauchsgegenständen? Die Möbel um mich herum hat irgendwann einmal jemand gebaut oder entworfen, besitzt also ein Urheberrecht, genauso wie der Designer der Tasse, die auf dem Tisch steht. Wie viele Genehmigungen müsste ich einholen, wenn ich es immer genau nähme? Ich glaube, wenn ich ein Foto von mir selbst in meinem Zimmer machen lasse und das dann veröffentliche, sind die Darstellungen der Gegenstände um mich herum, die mit auf dem Foto erscheinen, so etwas wie "Zitate", und so würde ich auch damit umgehen.
Ich mache mir Gedanken darüber, weil ich ja das Titelbild meines Kindle-Books erstellen will. Wer hat die Rechte an den Dingen, die auf der Abbildung erscheinen? Am besten, ich wähle nur einen Baum, eine Palme vielleicht, oder ein Stückchen Landschaft. Ich hoffe, dann kommt nicht die Kirche und sagt: Das alles hat der Schöpfer gemacht, sie haben gegen das Urheberrecht Gottes verstoßen, es wird eine Gebühr fällig. Da tut sich eine gewaltige Einnahmequelle für die Kirche auf...
Ich übertreibe. Wichtig ist, dass man nicht ein beliebiges Foto aus dem Internet klaut, es vielleicht ein bisschen bearbeitet, um dann zu sagen: Das ist mein Werk. In so einem Fall wäre der tatsächliche Urheber bestohlen, und er kann zu recht eine Tantieme verlangen. Finde ich. Sagt mein gesunder Menschenverstand. Wie weit Anwälte gehen, weiß ich nicht, also heißt es immer, vorsichtig sein. Im Zweifelsfall nachfragen, bei der Pressestelle der Pharmaindustrie oder im Werbebüro des Tassenherstellers.

Montag, 20. Februar 2012

Textarbeit und Titelbild für E-Books

Im Moment bin ich dabei, meinen philippinischen Reisebericht aufzuarbeiten, den ich als mein erstes E-Buch vorstellen will. Es ist doch mehr Arbeit, als ich dachte - die einzelnen Kapitel hatte ich ja für Freunde und Bekannte geschrieben, und in einen Bericht für ein "externes" Publikum gehört einfach mehr sachliche Information, auch wenn die ganze Reiseschilderung weiterhin aus persönlicher Sicht bleiben soll. Wenn ich mit dem Schreiben fertig bin, kommt die Formatierung und das Einstellen - in der Zwischenzeit mache ich mich "nebenher" sachkundig. Ich werde die Details dann schildern, wenn ich selbst die praktische Erfahrung mache. Jetzt also zuerst das Umarbeiten - ist schon deshalb nötig, weil ich die Berichte auf einer anders aufgeteilten Tastatur geschrieben habe, als ich sie gewöhnt bin. Da passieren Buchstabenverdreher  und Tippfehler, und ich war beim Schreiben offenbar nicht sehr konzentriert - kein Wunder, denn ich habe meinen Blog ja aus einem Internet-Café im Ever Gotesco Commonwealth in Quezon City beschickt, das immer überfüllt war (aber ansonsten bequeme Arbeitsplätze und günstige Preise bot). Aber es macht Spaß, jetzt nach zweieinhalb Jahren die dortigen Erlebnisse wieder vor Augen zu haben. Ich habe auch über 500 Fotos gemacht, die ich allerdings nicht in das E-Book einfügen werde, höchstens ein Titelbild.
Eigentlich braucht ein E-Book ein solches nicht, aber dann setzt Kindle automatisch einen hässlichen Platzhalter da hin, der wenig verkaufsfördernd ist. Ich habe drei oder vier Fotos bzw. Ausschnitte aus Fotos ausgewählt, die ziemlich plakativ sind, aber sie müssen ja auch als winziges Bildchen  in der Vorschau erkennbar sein, und die Schrift, die ich einfüge, muss auch in der Verkleinerung lesbar bleiben.
Außer dass es den Leser anregt, auf das E-Buch aufmerksam zu werden, nimmt es ja eine ganze Seite ein - danach kommt noch das Impressum und das Inhaltsverzeichnis. Beides wird dann in der kostenlosen Vorschau enthalten sein, die Amazon von jedem E-Book anbietet. Zu viel vom Haupttext möchte ich nicht da drin haben, nur gerade so viel, dass man neugierig auf das ganze Buch wird, dessen Preis ich ohnehin nicht zu hoch ansetzen will.

Dienstag, 14. Februar 2012

E-Books und Lektorat: Ein wichtiger Punkt zur Bearbeitung

Die große Gefahr bei E-Books ist natürlich die Betriebsblindheit eines Selbstverlegers. Natürlich ist man vollauf begeistert von dem, was man geschrieben hat – das muss ja einfach gut sein, das müssen die Käufer schließlich einsehen, und wenn ich selbst es gut finde, dann wird es garantiert ein Bestseller. Freunde und Verwandte bestärken einen in dieser Auffassung. Und dann sitzt man da, die Leser bleiben aus. Die Wenigen, die das Buch gekauft haben, schreiben auch noch schlechte Rezensionen.
Das Argument, dass häufig gegen das Selbstverlegen angeführt wird, ist die Tatsache, das niemand es professionell gegengelesen hat, wie es im Lektorat eines Printverlages geschieht. Es geht hier nicht um die Prüfung von Rechtschreibung, Grammatik, Zeichensetzung. Das muss ohnehin stimmen. Wir schicken unsere Babys schließlich auch nicht ohne Beine in die Welt. Es geht auf der anderen Seite auch nicht um "Zensur", die manche Selbstzahler-Verlage oft gegen Lektorate ins Feld führen. Es geht schlicht und einfach darum, ob der Plot die Erzählung zusammenhält, ob noch lose Handlungsstränge da sind, ob die Figuren durchgängig gezeichnet sind, ob der Stil mit dem Inhalt zusammenpasst, ob der zeitgeschichtliche Hintergrund in Ordnung ist und um andere Dinge, die mancher Leser oft gar nicht unmittelbar bemerkt, die ihn aber nach der Lektüre mit einem unzufriedenen Gefühl zurücklassen.
Eine Konfliktlösung, die wie ein Kastenteufel am Ende aus dem Hut gezaubert wird, ist so ein Fall. Ich habe kürzlich einen Krimi gelesen, da taucht ganz am Ende eine Person auf, die bisher überhaupt keine Rolle gespielt hat. Dem Kommissar gelang es nicht, den Verdächtigen, die mit dem Toten zusammen in einer entlegenen Berghütte waren, die Tat nachzuweisen, und ganz zum Schluss kommt heraus, dass zufällig in einer entfernten Nachbarhütte ein arabischer Terrorist sein Versteck hatte und schnell mal auf Skiern herübergekommen ist, um einen möglichen (!) Zeugen einfach so zu beseitigen. Die ganzen Konflikte, die vorher aufgezeigt wurden, waren Beziehungsgeschichten aus der Vergangenheit der beteiligten Personen, und dann dieses Ende. Ein arabischer Terrorist, der auch noch Hobbykoch war und in der einsamen Nachbarhütte für sich allein französische und italienische Spezialitäten zelebriert hat (die passenden Zutaten hat er natürlich immer wieder aus dem Tal geholt, obwohl die andere Hütte, wo der Mord passiert ist, über Wochen eingeschneit war) – das alles wird nicht vom Kommissar herausgefunden, sondern von einer Verdächtigen, die sich einfach mal in der Nachbarschaft umgesehen hat, ob da nicht noch einer ist, der als Täter in Frage käme – und das alles auf den letzten 10 Seiten eines 300-Seiten-Buches. Also, ich kaufe mir von diesem Autor kein Buch mehr, auch kein E-Book für 99 Cent, denn die Zeit, in der ich das lese, wäre mir zu schade. Es gibt genug bessere Bücher.
Und genau darauf müsste ein "Gegenleser" achten – hätte mein Buch Bestand? Ist es interessant, originell, spannend (nicht nur für mich selbst), oder gibt es in der gleichen Art eine ganze Menge bessere? Stimmt alles in der Geschichte?
Das leistet ein Verlag, der in ein gedrucktes Buch viel Geld investiert und es nicht nur zurück haben, sondern eine Menge daran verdienen will. Wir müssen uns also jemanden suchen, der unser Werk genauso kritisch liest und gegebenenfalls so ehrlich ist, uns zu sagen, was daran nicht stimmt. Bloßes Lob unterstützt uns nur in unserer Selbsttäuschung, und dann wundern wir uns, warum nicht nur der Bestseller ausbleibt, sondern warum uns niemand mehr den zweiten oder dritten Band abkauft.