Didis Bücherturm

Dienstag, 25. November 2014

Arbeitsalltag

Wachwerden zwischen 6 und 7 in der Früh - eine Stunde schreiben oder zwei, dann kommt meine kleine Tochter zu mir ins Arbeitszimmer, lässt sich in meine Arme fallen und eine Weile hin und her wiegen. Ein wunderschönes Guten Morgen! Dann muss ich mitkommen und ihr das Frühstück machen - erst einmal eine warme Milch.
Sie ist dann in ihrem Zimmer, spielt, und für mich ist dann Zeit für facebook, twitter und meine Mails. Allgemeines Frühstück um neun, falls Analyn Spätschicht hat. Dann: Arzttermine, Behördengänge, Post, Anrufe. Kochen. Mittagessen, ein halbes Stündchen schlafen. Und dann:  Schreibzeit, mit zahlreichen Unterbrechungen.
Nachmittags Spaziergänge mit Teresa, diverse Windelwechsel, Einkäufe, kochen für abends. Teresa ins Bett bringen, anfangen zu arbeiten - wenn ich längst zu müde dazu bin. Dazu das Gefühl, für Teresa und Analyn wieder mal zu wenig Zeit gehabt zu haben.
Manchmal wache ich zwischen 3 und 4 Uhr auf (hoher Blutdruck) und setze mich eine Stunde an den Schreibtisch. Jetzt, in der Stille und Kälte der Nacht, gelingen mir die Szenen, die ich irgendwann erdacht habe, auf Anhieb. 

Montag, 24. November 2014

Wahlen in Rumänien

Es ist ein paar Tage her, dass in Rumänien Wahlen gewesen sind. Für uns in Deutschland war das vieleicht eine nebensächliche Meldung, die unter vielen anderen untergegangen ist. Vielleicht hat der Eine oder Andere mitbekommen, dass der Wahlsieger einen Deutsch klingenden Namen hat - aber das war's dann schon. Wir kennen Rumänien nur von früher - von den billigen Urlaubsmöglichkeiten oder der öffentlichen Hinrichtung eines wahnsinnigen Diktators und seiner Frau - und dann gewahrtenwir lange Zeit nichts. Dann tauchten (und tauchen immer noch) Bettler in unseren Fußgängerzonen auf (die aber in meinen Augen auch das Recht haben, dort zu sitzen und ihre Armut als Ware zur Befriedigung unseres satten Gewissens anzupreisen - und dafür immerhin ihr Schamgefühl unserer westlichen Überheblichkeit als Opfer darbringen müssen), und gleich schrie die ganze mischdeutsche Nation auf: Sozialschmarotzer! Und unser Bild von Rumänien wandelte sich.

Früher:
Heimat der Siebenbürgen, tolle Landschaften, historisches Erbe, eventuell noch "unterdrücktes Volk". In Anführungszeichen, weil wir ja wirklich nicht wussten oder wissen wollten, was da ablief. Wir hätten es wissen können. In Erinnerung haben wir nur ein paar verblassende Bilder von Kinderheimen mit verschmachtenden kleinen Wesen, die das Herz von Adoptionssüchtigen rührten und Pädophile dazu brachten, sich ominösen Hilfsorganisationen anzuschließen.

Heutige Vorstellung:
 Armes Land, das sich unter diversen Vortäuschungen in unsere Wagenburg namens EU geschmuggelt hat und das uns mit Busladungen von Bettlern und Sozialschmarotzern überschwemmt. Zigeuner!
Rumäne und Roma - ist das nicht dasselbe?
Ach Leute, hier bricht der alte Rassismus durch, der seine Wurzeln schon viele, viele Jahre vor der Nazizeit hatte und dann "nur" kulminierte.

Rumänien
 - war früher ein Land unserer Sehnsucht, das uns Abenteuer und oft auch ein undefiniertes Glück versprach. Karpaten! Romantik pur! Vampire! Ich sollte sagen: Ein Land, von dem wir selbst uns Sehnsucht versprachen und in Liedern, Büchern und Operetten weiter romantisierten.

Die Rumänen
- sind in Wahrheit eine Nation, die es geschafft hat, eine brutale Diktatur zu stürzen, sich selbst zu befreien, nationale Minderheiten weitgehend zu integrieren, Natur, Landschaft und Kulturerbe zu bewahren - unserer selbstgefälligen "Hilfe" zum Trotz.   
Rumänien ist jetzt Teil der EU. Wir sind jetzt ein Land, haben eine Regierung, ein Parlament, eine Währung. Aber wir fürchten uns vor Bettlern, den angeblichen Schmarotzern. Dabei sind die Schmarotzer in Wahrheit wir, denn wir profitieren von einem Volk von Intellektuellen - Dichtern, Malern, Fotografen, Architekten, Journalisten, Philosophen, klugen Studenten und vielen anderen.

Und von Frau Orleanu. Es lohnt sich ein Blick in ihren Blog.
http://ioanaorleanu.blogspot.de/2014/11/der-tag-dem-wir-erwacht-sind-ziua-in.html

Sonntag, 16. November 2014

Chinesisch

Ein Auszug aus meinem Roman "Goethes Hinrichtung" ist in der chinesischen Ausgabe von "Tales of two Cities" erschienen - ein 136-Seiten-Buch mit einem tollen Titelbild:
Es zeigt oben ein Motiv aus der Gegend von Jinan (Provinz Shandong), unten den Goldenen Saal in Augsburg - deswegen, weil es aus der Zusammenarbeit von Augsburger Schriftstellern und Autoren aus Jinan entstanden ist - allesamt hochkarätige Literaten.








 Hier mein Beitrag:







Diese Anthologie gibt es auch auf Deutsch - "Tales of Two Cities: Augsburg - Jinan", herausgegeben von Andreas Nohl und Sebastian Seidel, Maro-Verlag, ISBN 978-3-87512-463-7, Preis 10,00 Euro
Darin vertretene Autoren in der Reihenfolge ihrer Texte:
Lydia Daher,
 Haicheng,
Peter Dempf,
Liu Zhaoru,
Viktor Glass,
 Zhang Ke,
 Eva Lepprand,
Zhu Wenxing,
Andreas Nohl,
 Sun Guozhang,
Sebastian Seidel,
 Hou Lin, Thomas von Steinaecker und
Jian Mo.


Sonntag, 9. November 2014

Eindrucksvolle Bilder, wundervolle Texte



Einen schönen Blog mit Reisefotos und Reiseerlebnissen, philosophischen Einsichten und diversen Nachrichten aus der Bücherwelt findet ihr unter http://angeline-bauer.de/blog/ - zuletzt mit einem herrlichen Herbstfoto aus dem Chiemgau. Wer etwas tiefer geht, kann sich über Erlebnisse und großartige, eindrucksvolle Bilder aus der Karibik freuen oder auf eine Fahrradtour quer über die Alpen (mit Hund im „Gepäck“) bis nach Venedig, wo die Autorin (und Profi-Fotografin) für ihren tollen Stadtführer recherchierte. Es lohnt sich, immer mal wieder in diesen Blog zu schauen, der im Übrigen auch sehr liebevoll gestaltet wurde!

Samstag, 1. November 2014

Was mich ärgert, was mich freut



 Ärgerlich:
E-Books und Selfpublishing bieten dem Autor heute viele Möglichkeiten - unter anderem die, den Leser zu betrügen. Ein Beispiel - ich kaufte vor einiger Zeit ein E-Book, das mir einen spannenden Lesegenuss versprach. Titel und Titelbild ließen mich einen mitreißenden Thriller erwarten. Was ich dann in meinen virtuellen Händen hielt, war ein kurzes Büchlein von weniger als 100 Seiten. Nun ja, dachte ich, und ließ die Seiten durch den Reader laufen, hielt hier und da an - was ich las, war nicht gerade gut. Der Hammer kam am Schluss - der Fall wurde nicht gelöst, sondern der „Roman“ endete mit der Bemerkung „Fortsetzung im zweiten Band“. Tja, den wollte ich nicht auch noch kaufen. Ich vermutete, dass auch darin der Bösewicht noch nicht die Weltherrschaft erlangte. Tatsächlich tauchte ein halbes Jahr später ein dritter Band bei Amazon auf, dann ein vierter. Alle „Bücher“ übrigens mit jeweils anderem Titel - nur durch den Untertitel, ganz winzig an den unteren Rand der Vorderseite geschrieben, stand „Band III der beliebten XXYY-Serie“. Selbst wenn das auf dem ersten E_Book oder im Verkaufstext gestanden hätte - unter einer Serie verstehe ich eine Reihe abgeschlossener Romane mit übergreifenden Personal oder Hintergrund. Aber einen Roman scheibchenweise zu verkaufen, das ist Nepp. Ich nehme an, dieser Roman ist noch nicht einmal zu Ende geschrieben, und niemand kann mir garantieren, dass die Autorin das jemals schafft. Ich werde mir jedenfalls kein weiteres Kapitel anschaffen. Wenn ich einen Roman kaufe, dann will ich einen ganzen, keinen halben. Ich kaufe ja auch keine halben Tomaten.

Erfreulich:
Dies ist mein zweihundertster Blogeintrag. Seit Dezember 2008 melde ich mich auf diesen Seiten mehr oder weniger sporadisch - ein pünktlicher, regelmäßiger Turnus, wie ich ihn mir vorgenommen hatte, ist nicht zu halten - das liegt einerseits an meiner Arbeit, die unregelmäßig anfällt und sich schon mal „staut“, wenn die Termine drängen, als auch an meinem unregelmäßigen Privatleben - zur Zeit hat unsere kleine Tochter Teresa (http://teresadiana.blogspot.de) eine Phase, in der sie besonders viel Aufmerksamkeit braucht. Es macht mir besonders viel Freude, wie sie sich nach und nach die Welt erschließt, und täglich gibt es Neues mit ihr zu erleben.
Mein Blog wächst auch so langsam weiter. Zuerst hatte ich nur wenige Besucher, wie das so ist am Anfang. Es wurden nur allmählich mehr. Dann kam ein Troll, der mit seinen besserwisserischen Kommentaren die Leute vertrieb, und ich musste die Kommentarfunktion sperren. Trotzdem kamen immer mehr Besucher - inzwischen habe ich über 18.200 Aufrufe. Die Besucher kommen aus vielen Ländern, was mir in einer Wochenstatistik angezeigt wird. Mit Abstand die meisten Gäste habe ich aus der Russischen Föderation - danach folgen die USA, Deutschland, Frankreich, England, Kanada. Das wechselt. Die meisten Aufrufe habe ich aber immer aus Russland, deshalb hier meine besten Grüße nach dort. Willkommen!
Dieser Gruß gilt natürlich auch allen anderen Besuchern.
So sieht beispielsweise die Statistik der vergangenen Woche aus:


 Oft werden ältere Blogeinträge aufgerufen - wahrscheinlich über Suchmaschinen. Der beliebteste Eintrag ist dieser:
Zur Feier des Tages habe ich diesem Blog ein neues, munteres Image verpasst - und die Kommentarfunktion wieder eingeschaltet. Ich freue mich schon auf ein reges Echo!
Und wenn ihr dann noch Lust habt, klickt euch doch mal durch meine Homepage www.viktorglass.com und genießt die Leseproben!

Samstag, 25. Oktober 2014

Blog-Archäologie

Heute habe ich für ein Literaturarchiv, das nicht nur Werke von bestimmten Autoren, sondern auch Nachlässe (z.B. Tagebücher und Korrespondenz) sammelt und das mich eigens anschrieb, eine biografische Übersicht verfasst und dabei auch sämtliche aktuellen und früheren Blogs aufgeführt. Bei der Überprüfung der Links habe ich festgestellt, dass zwei längst aufgegebene Blogs noch immer existieren und auch besucht werden, obwohl die letzten Einträge etwa fünf Jahre zurückliegen. Heute betrachtet ist das wie das Blättern in alten Tagebüchern. Wer Lust hat, kann ja mal reinschauen (dort, bei "twoday" lief die Kommentarfunktion wesentlich leichter als hier bei "Blogger") - vielleicht sollte ich wenigstens den Reiseblog wieder aktivieren. Mal sehen, ob ich überhaupt wieder reinkomme. Wenn Ihr Lust habt, schaut doch mal unter http://didisreiseblog.twoday.net.
Unter http://buecherdidi.twoday.net findet Ihr den Vorläufer dieses Blogs hier. Erste Gehversuche... und vielleicht werde ich zumindest den Reiseblog wieder aktivieren. Es gäbe viel nachzutragen - eventuell in einer kleinen "Revue".


  

Samstag, 18. Oktober 2014

Neue Leseprobe

Auf meiner Homepage www.viktorglass.com gibt es Ergänzungen - eine Biografie und Bibliografie, dazu eine Leseprobe aus einem Episodenroman, an dem ich schon lange arbeite, "Der kleine Iserlohner". Klickt einfach mal hier: Leseprobe !

 In vielen kleinen Geschichten, die sich zu einem Roman zusammenfinden, erlebt ein Achtjähriger die Welt und dichtet sie nach seinen Vorstellungen um - urkomisch! Der Roman handelt von meiner Kindheit in den Fünfzigerjahren und spielt in Iserlohn, einer Kleinindustriestadt im märkischen Sauerland.

Mittwoch, 8. Oktober 2014

Vorbereitungen

Heute habe ich Einiges an Arbeit geschafft und meinen Rückstand schon fast wieder aufgeholt. Die Lesungsvorbereitungen laufen auf Hochtouren. Habe den Veranstalter endlich erreicht, nettes Gespräch, auch dort viel Vorbereitung. Freitag werde ich meine kleine Tochter Teresa mitnehmen - sie wird mich nicht allein aus dem Haus lassen. Außerdem liebt sie den Trubel - sie war schon bei mehreren Lesungen dabei und war sehr angetan von der Aufmerksamkeit, die sie bekam. Mein Bruder Harald wird mitkommen und sich um sie kümmern, während ich lese. Meine geplante PowerPoint-Hintergrund-Vorführung wird nicht klappen, da ich mich nicht mit den vorhandenen Geräten auskenne. Aber ich werde mit den Gästen reden können - der Raum ist nicht zu groß, das Publikum wird nicht zu umfangreich sein - ich freue mich auf den Abend.
Näheres unter http://www.buecherei-horgau.de/ - Fotos nach der Veranstaltung auf diesen Seiten.

Dienstag, 7. Oktober 2014

Zwischennachricht und: Lesung in Horgau

Sitze gerade an meinen Steuern und staune immer wieder, wie viel der Staat gerade den Leuten unterer Einkommensklassen wegnimmt.
Ansonsten repariere ich gerade, was sich an Dateien nach einem Crash noch retten ließ und arbeite zunächst das auf, was ich als Erstes abliefern muss. Meine Termine geraten durch das Datenunglück ganz schön ins Rutschen! Zum Glück arbeite ich an verschiedenen Projekten gleichzeitig, mit zeitversetzten Ablieferterminen, so dass sich der Schaden begrenzen lässt.
Freitag, den 10.10.2014 lese ich in der Bücherei Horgau (Martinsplatz 7) aus meinen neuesten Arbeiten. Um 19.30 Uhr geht es los. Ich werde nicht nur über meine Fortschritte an der Carl-Zeiss-Biografie, sondern auch über meine anderen Projekte berichten, über Pseudonyme und über E-Books reden (und dazu auf Fragen hoffen). Ich denke, ich werde mit meinen Gästen einen angenehmen und interessanten Abend verbringen. Über Fragen freue ich mich!
Näheres unter http://www.aavs.de/