Didis Bücherturm

Dienstag, 5. Juli 2016

Kennst du den Bestseller-Algorythmus?

Wie kommt es, dass das eine Buch ein Bestseller wird, das andere, das nicht einmal schlechter ist, aber nicht?
Die britische Zeitung The Independent glaubt, das herausgefunden zu haben und nennt bestimmte Reizwörter, die auf den Leser einwirken. Eine interessante Theorie - nachzulesen HIER!




Sonntag, 3. Juli 2016

Wie teuer ist ein Korrektorat?



Neulich hatte ich ein Buch zu rezensieren, einen Reiseführer, der aus dem Englischen übersetzt war und der verquere oder gar völlig unverständliche Sätze enthielt. Was soll man von solchen Formulierungen halten:
"Windmühlen stellten eine wertvolle Quelle für die Stadt Amsterdam dar, um Wind zur Industriemacht umzuwandeln, um Wasser vom Land zu dränieren, um Körner zu mahöen, und auch als eine Sägemühle zu verwenden" oder: "Das Museum Het Rembrandt auch bekannt als Museum Rembrandt Haus erlaubt einem, in die Umgebung des ehemaligen Hauses dieses berühmten Künstlers zugelangen." Ich muss und darf das Werk hier als Quelle nennen, da es bereits für 3,09 Euro zum Verkauf angeboten wird (keine Angst, ich stelle sonst niemanden an den Pranger): Es ist der "Amsterdam Reiseführer" von eTips LTD und verspricht fehlerfroh bereits im Beschreibungstext: "Der Reiseführer basiert auf die Empfehlungen von unseren Kunden. Anderes als andere Reiseführer können wir versichern, dass wir bereits alle Orte in den Städten besucht haben und wir unsere Kenntnisse an Sie weitergeben." Der LINK ist hier.
 Wie man unschwer erkennt, wurde der Text automatisch mit einem Übersetzungsprogramm übertragen und danach nicht mehr gelesen oder gar korrigiert. Die Leser fühlen sich verschaukelt und betrogen. Man ist enttäuscht, dafür über drei Euro ausgegeben zu haben, denn verwenden lässt sich dieser Städteführer nicht. Wer will sich schon auf Schritt und Tritt ärgern und sich den Urlaub vermiesen?

Unkorrigiert - geht gar nicht!
Zum Glück sind nicht alle Selbstpublikationen so schlimm. Manche sind sorgfältig bearbeitet und ediert, so dass es eine Freude ist, sie zu lesen.
In fast allen Anleitungen für Selfpublisher kann man nachlesen, dass ein richtiges Korrekturlesen unerlässlich ist. Ein unkorrigiertes Rohmanuskript ist ein schwerer Qualitätsmangel, eine Ohrfeige ins Gesicht des Kunden, der für das Buch bezahlt hat. Oft ist sogar ein weitergehendes Lektorat erforderlich. Für Romane würde ich Beides empfehlen. Die Leserinnen und Leser erwarten Qualität, zu Recht. Wer sich mit seinem Buch behaupten will, muss Gutes liefern. Es kann auch bei einem korrigierten Text noch der eine oder andere Fehler auftauchen - kein Mensch ist perfekt - aber wenn von dreißig- oder vierzigtausend Wörtern gerade mal zwei oder drei fehlerhaft sind oder ein einzelnes Komma an zweifelhafter Stelle steht, dann sieht das die Leserschaft als Flüchtigkeitsfehler an und schaut darüber hinweg.
Stellt Euch vor, Ihr kauft Euch einen Krimi mit einer spannenden Geschichte, und ihr könnt ihn von vorn bis hinten störungsfrei lesen. Oder ihr wollt ein Kinderbuch verschenken, und es ist gut und fehlerfrei geschrieben. Dann seid Ihr doch zufrieden und glücklich, oder? Gönnt also dieses Erlebnis auch Euren Lesern. Wenn sie das nächste Mal Euren Namen auf einem Buch lesen, erinnern sie sich daran und kommen wieder, denn der Name wird schnell zu einer Garantie für Qualität.
Für Bachelor-, Diplom- oder Doktorarbeiten ist eine saubere Korrektur ohnehin unerlässlich.

Aber ist ein Korrektorat nicht verdammt teuer?
Manch einer glaubt, er käme mit der automatischen Korrektur seines Schreibprogramms hinreichend klar. Das ist ein Irrtum - es gibt viele Dinge, die ein Korrekturprogramm nicht erfasst. Es lohnt sich wirklich, ein weiteres Augenpaar über den Text gehen zu lassen.
Es gibt Angebote ab einem Euro pro Normseite, aber da ist immer mit Zuschlägen zu rechnen: Fremdwörterzuschläge, Umformatierungs-Zuschläge, Express-Zuschläge und viele andere. Die Anbieter sind da kreativ. Man rechnet heute mit drei bis fünf Euro pro Normseite (1800 Anschläge inklusive Leerzeichen), bei wissenschaftlichen Texten oder solchen mit hohem Fremdsprachenanteil muss man Aufschläge zahlen. Das Gleiche gilt für Texte, die umgearbeitet werden müssen (z.B. wenn Deutsch nicht Deine Muttersprache ist oder Dein Stil so miserabel, dass Dir jeder von der Veröffentlichung abraten würde). Dann fallen schon mal Kosten von zehn Euro und mehr pro Seite an.

Zum Preisvergleich:
… und viele andere, die über google leicht zu finden sind.

Vorsicht, Falle!
Vereinbare auf jeden Fall vorher einen Festpreis, sonst kannst du dein blaues Wunder erleben. Für Selfpublisher und Studenten werden im Schnitt zwei Euro verlangt. Lass Dir einen Kostenvoranschlag machen, und wenn Du mit dem Preis einverstanden bist, unterschreibst Du die Vereinbarung. Dazu musst Du die Länge angeben (z.B. über "Wörter zählen" unter "Extras" in MS-Word, dann "Zeichen mit Leerzeichen"), auf fremdsprachige Passagen, Tabellen usw. hinweisen. In Korrekturaufträgen sind in der Regel die Textformatierungen, Umbruch, Einbindung von Grafiken usw. nicht enthalten. Ebenso fällt die Erfassung handschriftlicher Änderungen oder Korrekturen ins Gewicht.
Manche Anbieter, die überwiegend wissenschaftliche Texte bearbeiten (Diplomarbeiten, Doktorarbeiten) gehen von einer Normseite mit 1500 Anschlägen aus (wegen der vorschriftsmäßigen Randbreite).
Gib bei der Anforderung des Kostenvoranschlags an, bis wann Du den Text zurück haben musst (z.B. bei Diplomarbeiten mit Abliefertermin). Auch die Umformatierung in ein E-Book kostet extra, es sei denn, Du arbeitest mit einem Selfpublishing-Dienstleister zusammen, der die Umformatierung mit im Angebot hat (BoD, epubli usw.)

Mein Angebot:
Ich habe langjährige Erfahrung im Korrigieren von literarischen wie wissenschaftlichen Texten und habe als Korrektor bei Zeitungen und Buchverlagen gearbeitet. Rund dreißig Diplomarbeiten sind erfolgreich durch meine Hände gegangen.
Für Selfpublisher, Kleinverlage und Studenten biete ich die Korrektur einer Normseite (1800 Zeichen inkl. Leerzeichen) für 2,00 Euro an, ohne ein Lektorat. Ich kann nur Arbeiten nehmen, die mit MS WORD bewältigt werden können.
Wünscht Ihr zusätzlich ein Lektorat (also stilistische und inhaltliche Bearbeitung), kommt ein Aufschlag von 1,00 Euro dazu (d.h., korrigieren und lektorieren zusammen 3,00 Euro pro Normseite). Seiten mit mehr als 10% fremdsprachigem Text (Englisch, Französisch, Niederländisch, Spanisch) kommen noch einmal 0,50 Euro teurer, andere Fremdsprachen bleiben unkorrigiert.
Eilzuschläge: Wenn ich Sonntags- oder Nachtarbeit bieten muss, kommt ein Zuschlag dazu, der gesondert vereinbart wird. Keine Sorge, ich bin kein Wucherer.
Mehrwertsteuer fällt bei mir nicht an.
Lasst euch von mir einen Kostenvoranschlag machen! Nennt mir dazu die voraussichtliche Textlänge und die Zeit, die ich für die Gesamtarbeit ansetzen darf. Sendet mir drei Normseiten zur Probe. Diese korrigiere ich kostenlos. Die Korrekturen und Anmerkungen werden im WORD über die Funktion "Änderungen verfolgen" angebracht, wenn nicht anders vereinbart. Schickt die Anfrage bitte an dwalter3000@t-online.de.

Übrigens: Dies ist der 250. Post in diesem Blog. Danke für Eure Treue!

Dienstag, 21. Juni 2016

Flugreise? Extra Freigepäck für Bücher!

 Diesen Sommer gibt es ein tolles Angebot für Flugreisende, die Bücher aus dem stationären Buchhandel mit in den Urlaub nehmen wollen. Die Buchhandelsaktion "Vorsicht Buch" und die Lufthansa-Tochter Condor bieten einen Aufkleber für den Koffer an, mit dem ein Kilo zusätzliches Freigepäck zulässig ist. Einfach nur zeigen, dass ein "Buch an Bord" ist! Wie ihr an den Aufkleber kommt, erfahrt ihr HIER aus dem "Börsenblatt".




Sonntag, 12. Juni 2016

Eine häufige Frage



Es gibt etliche Fragen, die auf Lesungen immer wieder zu hören sind.
Haben Sie das alles selbst erlebt?
Wie kommen Sie auf solche Ideen?
Wieviel verdienen Sie?
Wie lange haben Sie an diesem Buch geschrieben?
Schreiben ist mehr!
Dieser letzten Frage ist die Verlegerin und Autorenkollegin Martina Sevecke-Pohlen in ihrem Blog "Service rund um Ihr Buch" nachgegangen. Die Antwort war verblüffend - und einleuchtend: Diese Frage ist so nicht zu beantworten, denn zu einem Buch gehört viel mehr als nur das eigentliche Schreiben. Hier ist der LINK zu diesem nicht allzu langen, aber tollen Beitrag. Es lohnt sich übrigens, nach dem Lesen noch auf dem Blog zu verweilen und ein wenig herumzustöbern.




Samstag, 16. April 2016

Wenn die Recherche nicht ausreicht - Teil 2

(Bitte lies zuerst den übernächsten Beitrag weiter unten, "Was tun, wenn die Recherche nicht ausreicht, Teil 1)



Wie wird man Gaststudent an den besten Unis der Welt?
Ich habe erst einmal klein angefangen, um mich im Umgang mit Online-Kursen sicher zu fühlen. Für jemanden, der erst damit anfängt, ist es einfacher, erst mit einem nicht ganz so hochkarätigen Kurs zu beginnen , oder aber mit etwas, was einen ohnehin interessiert oder was man braucht. Ich stand zum Bespiel vor der Situation, plötzlich meine Buchführung selbst zu machen (was zunächst gründlich schief ging - zum Glück sprang da mein Bruder ein). Inzwischen habe ich die Gratis-Kurse beim WEB-KOLLEG gefunden. Da gibt es Sprachkurse, Programmierkurse und sogar Kurse für Gehörlose. Für mich interessant war in dieser Situation natürlich der BUCHFÜHRUNGSKURS.

Ähnlich aufgebaut ist auch die KARRIEREBIBEL mit Links zu einigen kostenlosen Kursen. Wie auch beim Webkolleg führen einige der dortigen Links zu kostenpflichtigen Kursen. Das ist nicht verwunderlich - immerhin kostet es eine Menge Zeit und Geld, einen solchen Kurs aufzubauen, zu gestalten und zu betreuen. Aber unter den Gratiskursen findet sich schon Einiges, was interessant ist.
Auf den genannten Plattformen findet sich ein interessanter Begriff, der mir bis vor Kurzem unbekannt war: MOOC - "Massive Open Online Courses" (Erklärung: WIKIPEDIA). Und hier stehen wir am Tor zur großen, weiten Universitäts-Welt. Fast alle Kurse sind kostenlos, aber ich empfehle, unbedingt die Anmelde-Bedingungen zu lesen. Die meisten Kurse sind auf Englisch, man kann aber auch mit der Suchfunktion welche in anderen Sprachen finden.

Ähnlich ist die Open Education Database OEDb aufgebaut - hier finden sich ungefähr zehntausend Kursangebote.

Fremdsprachen
Manchmal spielt ein Roman, den du schreiben willst, nicht in Deutschland, sondern irgendwo im Ausland. Was mich betrifft, wähle ich Schauplätze, an denen ich schon gewesen bin oder solche, die ich gern mal bereisen möchte. Ich habe mir auch umfangreiche Foto- und Linksammlungen auf Pinterest angelegt. Hier mein Beispiel für meine BARCELONA-Recherche. Jedes Bild dort kann man anklicken, dann wird es vergrößert, und darunter erscheint rechts unten der Button "besuchen" - das ist dann der Link zu vielfältigen weiteren Informationen, meist zu der Internet-Seite, von der das Bild stammt. So holt man sich eine Menge landeskundliche Informationen zusammen.

Was für mich noch ganz wichtig ist, ist ein Gefühl für die Sprache. Wie klingt sie? Wie ist sie aufgebaut? Was sind die wichtigsten Phrasen, die ich vielleicht in meinen Roman einbauen könnte, um ein bisschen Atmosphäre zu schaffen. Ich verwende dazu oft Sprachkurse, zum Beispiel die von der BBC (LINK HIER), die aber auf der Grundlage des Englischen unterrichten. In vierzig Sprachen gibt es die "Essential 40 phrases  der jeweiligen Sprache zu hören. Ich selbst bevorzuge Sprachenlernen24 (LINK HIER), da man dort Schnellkurse, Vollkurse und spezifische Kurse (Flirt-, Auswanderer- oder Business-Kurse) wählen kann. Diese Kurse kosten Geld, sind aber recht preiswert, und wenn man den Newsletter bestellt, bekommt man häufig stark ermäßigte Sonderangebote. Ein Probezugang zu den Kursen ist kostenlos, denn man soll die neuartige Lernmethode (mit ausgezeichnetem Gedächtnistraining) zuerst mal kennenlernen.

Weitere Links
Es gibt noch viele weitere Lernangebote, und wenn man erst mal danach sucht, ist man erstaunt, wie viele unterschiedliche Möglichkeiten es gibt, sich Wissen anzueignen und seine Recherche auf eine gute Grundlage zu stellen. Hier nur zwei weitere als Beispiele:
IVERSITY bietet berufsorientierte Kurse in verschiedenen Sprachen an,
ONLINE-VORLESUNGEN sind interessante Einzelvorlesungen aus diversen Fachbereichen.

Ich wünsche Euch viel Spaß beim Stöbern und viel Erfolg für Eure gut recherchierten Bücher!

Neu gestaltet

Bald: Mein eigenes Zimmer!
Wer sich jetzt auf Booklooker nach meinem Angebot an gebrauchten Büchern umschaut, findet die Seite neu gestaltet - man hat zwar immer noch oben links den Zugang zu meinen Titeln und den diversen Sparten, kann aber auch ohne die Seite zu wechseln ein Stück nach unten scrollen und ist dann gleich bei den ersten Titeln - immer noch viel Interessantes dabei, und ich habe vergangene Nacht noch weitere Titel eingestellt - Unterhaltung, Kriminalromane, Klassiker und Vieles mehr. Der 10%-Rabatt auf alle Bücher über 1 Euro gilt weiter, und ich verlängere den 3:2-Rabatt noch bis Ende Juli (Lesestoff für die Sommerferien - wer 3 Bücher bestellt, bekommt das preiswerteste kostenlos).
Im Moment gibt es viele Interessenten. Bald kann ich endlich meinen Arbeitsplatz verkleinern, und unsere Tochter Teresa bekommt  ihr eigenes Zimmer. 

Freitag, 1. April 2016

Was tun, wenn die Recherche nicht ausreicht? - Teil 1


Manchmal genügt es nicht, wenn du für einen Roman oder ein Sachbuch die Fakten nachforschst und ein wenig Literatur liest. Du hast dann zwar Detailkenntnisse, die oft beeindruckend sind, aber du hast trotzdem das Gefühl, das da etwas fehlt. Häufig ist es gerade der Gesamtüberblick, das Gefühl für den Gegenstand, die Seele des Ganzen, an dem es deinem Text mangelt. Der Leser empfindet diesen Text dann als hölzern, erkennt das Zusammengesuchte der Fakten. Dann hilft nur eins: Du musst zum Experten werden.

Ganz viel recherchiert. Und nun?
Wie werde ich zum Experten?  
 Das kann auf verschiedene Weise geschehen. Oft bist du ja schon Experte, z.B. in deinem erlernten Beruf oder in deinem Hobby. Oder es fasziniert dich ein Thema so sehr, dass du unbedingt darüber schreiben möchtest. Du hast vielleicht schon recherchiert oder dir eine Pinwand bei Pinterest angelegt. Aber wie kannst du deine Kenntnisse erweitern, vertiefen und festigen? Natürlich kannst du dir jede Menge Bücher ausleihen oder gar anschaffen, aber es gibt noch eine ganz besondere Möglichkeit, die ich hier vorstellen möchte:

 Werde Gaststudent!
 Fast alle Universitäten haben schon seit Jahrzehnten die Möglichkeit im Angebot, sich als Gasthörer anzumelden. Davon wurde häufig Gebrauch gemacht - besonders ältere Leute, die nach Rentenbeginn im Leben noch Sinnvolles tun wollten, schrieben sich ein, saßen als Gäste in Vorlesungen oder, wenn sie Platz fanden, in Seminaren und entschlossen sich vielleicht sogar zu einem richtigen Vollzeitstudium mit Abschluss.
Heute sind die meisten Hochschulen aber überbelegt. Viele Hochschulen und Fachschulen machen aus der Not eine Tugend - und bieten Online-Kurse an. Das "Fernstudium" daheim am PC erfordert zwar Disziplin und es ist anstrengend, eröffnet aber immense Möglichkeiten! Wir haben plötzlich nicht mehr die Gasthörerkarte von der Uni Bochum, sondern wir sind Kursteilnehmer am Massachusetts Institute of Technology! Den Türkischkurs machen wir nicht auf zwanzig Semester verteilt an einer wichtigtuerischen Volkshochschule in Augsburg oder Düsseldorf, sondern lernen in einem Intensivkurs direkt in Ankara, Bursa oder Istanbul. Vom heimischen PC aus - und das auch noch kostenlos!
Wie das geht, verrate ich Euch in den nächsten Tagen - schaut doch mal wieder herein!
(Die Fortsetzung deses Artikels findest du zwei Beiträge weiter oben)

Montag, 29. Februar 2016

Ganz am Anfang: Gute Recherche ist die halbe Arbeit!



Wenn ich mit einem neuen Projekt beginne, z.B. einem historischen Roman, liegt am Anfang… nein, nicht Google, sondern erst einmal eine Liste. Ich schreibe auf, was mir zu einem Thema spontan einfällt, völlig unsortiert, nicht zu dicht zusammen, denn beim Durchlesen fallen mir zu den ersten Begriffen oft noch weitere ein. Man kann die Wörter, Sätze und Halbsätze einfach untereinander schreiben und einen kleinen Strich davor setzen, oder man schreibt sie wie beim Mindmapping über das ganze Blatt verteilt. nichts ist zu unwichtig, um hier nicht notiert zu werden, und es können ruhig mehrere Seiten werden. Es gibt im Schreibwarenhandel große Doppelbögen, die auf DIN A 4 zusammengefaltet sind. Die sind auch sehr praktisch. Anschließend unterstreiche ich die Ausdrücke, die mir wichtig erscheinen.

Erst jetzt kommt Google ins Spiel. Ich schlage die unterstrichenen Ausdrücke nach. Bei Google und in der Wikipedia finden sich geordnete Informationen, und vielleicht ergibt sich daraus schon mein erster Plan. Ich gebe nicht nur die Begriffe ein, sondern auch einfach mal nur die Jahreszahl, und auf diese Weise bekomme ich viel zeitgeschichtlichen Hintergrund.

Auf jeden Fall bekomme ich eine Menge Links und Literaturhinweise, denen ich nachgehen kann - auf Reisen durchs Internet und bei Besuchen in der Bibliothek. Wenn ich den Eindruck habe, dass ich mir ein ausreichendes Bild von meinem Thema gemacht habe, stelle ich die vorläufige Gliederung zusammen, mache mir einen Zeitablaufplan der Geschichte, schreibe das Exposé. Wenn der Verlag nichts daran auszusetzen hat, ist das mein Gerüst beim Schreiben.
Fehlen noch die Namen. Bei historischen Romanen sind die Namen fest vorgegeben. Entstammt die Handlung dagegen meiner Fantasie, muss ich mir Namen überlegen, die zur Geschichte passen, aber auch zu der Zeit, in der sie spielt. Ich lege mir für jeden Roman einen Vorrat von weiblichen und männlichen Namen an für den Fall, dass ich Nebenfiguren auftauchen lassen muss. Es gibt eine Menge "Namens-Generatoren" - die Augsburger Hebammen des Josefinums (in meiner Nachbarschaft) haben einen eigenen: http://www.hebammen-josefinum.de/babynamensgenerator/index.php . Da habe ich z.B. "Uljana Schmitzke" gefunden. Könnte glatt mein neues Pseudonym für absurde Romane sein!

Mittwoch, 17. Februar 2016

Die Freuden des Aufbruchs


Es geht wohl jedem im Leben, ob privat, im Beruf oder überhaupt, mal so: Es muss irgendwie weitergehen, und man weiß nicht, wo man anfangen soll. Man gerät in Panik, und das "Weitergehen" ist erst einmal blockiert.
Das war mein Stand vor ein paar Tagen. Der "Datencrash" vor ein paar Wochen war ein größerer Einschnitt in meine Arbeit, als ich vorher gedacht habe. Er bedeutet einen Neuanfang und eine damit verbundene Aufbruchstimmung. Zuerst war ich versucht, alles, was jetzt zu tun ist, auf einmal zu erledigen und hatte dadurch bei jeder Aufgabe das Gefühl, nicht genug zu schaffen.

Feste Strukturen
Jetzt habe ich mir eine Liste angelegt, um der ganzen Sache Struktur zu verleihen. Die sieht bei mir so aus:
Ø      Roman 1
Ø      Steuererklärung
Ø      Roman 2
Ø      Roman 3
Ø      München-Tag (neuer Verlag und alte Freunde)
Ø      Exposés
Ø      neuer Roman
Ø      neuer Roman
Ø      usw.
Dazwischen: am Mittag und am Abend eine Stunde für Mails und Social Media, und täglich eine Stunde lesen.
Das mag bei jedem anders aussehen, aber wichtig ist, dass überhaupt ein fester Rahmen geschaffen wird. Die Struktur ist das Baugerüst, das dem Ganzen einen Halt gibt.

Pausen sind wichtig
Auch das habe ich gelernt: Man darf nicht ohne Pausen arbeiten, denn sonst geht einem die Puste aus, Ideen und ihre Ergebnisse werden blasser und wirken lustlos.
Also heute - ein Roman ist abgeliefert - ist ein Pausentag. Ich räume im Arbeitszimmer auf und habe mir meine "Elpmas"-CD von MOONDOG aufgelegt. Zur Musik räume ich auf, mache Schreibtisch und Gehirn frei, knabbere Süßes, stelle aussortierte Bücher, die noch brauchbar und lesenswert sind, in mein BOOKLOOKER-Verkaufsregal und stöbere bei Pinterest und in den Blogs anderer Leute. Gerade habe ich einen Beitrag auf "dariadaria" gefunden, der auch euch interessieren dürfte: "Ich bin jung und brauche das Geld" - darin geht es um angemessene Honorare für kreative Leistungen. Solltet Ihr unbedingt lesen und weiterempfehlen! Der direkte Link zum Artikel ist HIER.

Die Gedanken sind frei
- und bewegen sich frei, solange man sie nicht in eine bestimmte Richtung zwingt. Beispiel - in den letzten Tagen habe ich unterschwellig, während ich an einem anderen Text schrieb, schon überlegt, wie ich den neuen Roman am besten anfange. Heute, wo ich die Gedanken einigermaßen frei schweifen lassen kann, war die zündende Idee da. Ich scharre schon in den Startlöchern - morgen früh um 6 geht's los.