Didis Bücherturm

Sonntag, 14. Februar 2016

Der große Umbau



Nach der Viren-Katastrophe im letzten Monat (ich weiß noch immer nicht, ob es wirklich ein Virus war, sondern ein Fehler in meinem Kopierprogramm) arbeite ich wieder - unter ziemlichem Zeitdruck - an Manuskripten, die ihren Termin versäumt haben. Bis Mitte April will ich alle ausstehenden Ablieferungen erfüllt haben. Dafür habe ich mir einen kleinen Kalender aus dem Net herunter geladen, in den ich Tagesvorgaben eingetragen habe - bis jetzt auch eingehalten.


Pläne

Nebenbei mache ich aber auch neue Pläne, die ich zwar jetzt schon vorbereite, die ich aber erst nach Mitte April bei Verlagen anbieten kann. Als Vorbereitung werde ich den größten Teil meiner Blogs umbauen, wobei der kleinste wahrscheinlich gelöscht wird.

Zur Zeit betreute Blogs:

Dieser Blog ist überwiegend der Vorstellung von Unterhaltungsromanen gewidmet und hat nicht viele Kontakte gebracht, vor allem: keine neuen. Ich werde ihn in der kommenden Woche löschen, und niemand wird ihn vermissen.

Das ist ein privater Blog mit Fotos von unserer kleinen Tochter, hauptsächlich gedacht für Freunde, die in ganz Deutschland verteilt wohnen, und für die Familie meiner Frau - auf den Philippinen, in Hongkong und Singapur. Es gibt nicht viele Besucher, aber für den begrenzten Kreis werde ich ihn weiterführen.

Hier geht es um die Philippinen - Reisen, Brauchtum, Geschichte, Literatur, Politik. Ich bin noch nicht sehr weit damit gekommen, weil das Ganze noch ziemlich unstrukturiert ist. Dieser Blog wird ausgebaut. Hier werden Fotos, aktuelle Meldungen und besser recherchierte Hintergründe kommen.

Das ist dieser Blog, in dem ihr gerade lest - Erscheinungsweise viel zu unregelmäßig, das gebe ich zu. Meine Arbeit, private Hintergründe dazu, Einiges über meine Lektüre, meine Pläne, meine Pannen und Hoffnungen - es mag sporadisch aussehen, aber viele von Euch haben mir zu verstehen gegeben, dass diese Buntheit gut ankommt. Es wird wieder mehr über Bücher zu lesen geben, Schreibtipps und Links, aber auch Privates. Was bisher fehlte, ist die Regelmäßigkeit. Es wird also jeden Montag einen ausführlichen Hauptbeitrag geben (vielleicht auch schon am Sonntagabend), und zur Mitte der Woche einen kleineren Beitrag - eine Buchvorstellung oder einen Beitrag aus meiner Serie "Auf meinem Schreibtisch", die ich gerade vorbereite.

Wo war noch gleich mein Laptop? Ah, da!
(um Irrtümern vorzubeugen: Aufnahme ist von pixabay)
Auf meinem Schreibtisch

Da tummeln sich diverse Gegenstände - ein Leuchtturm, Steine und Muscheln, ein Nachttopf, in dem meine Stifte stehen, ein Richterhämmerchen, ein paar Bücher - die Zusammenstellung wechselt, aber viele Dinge haben ihre eigene Geschichte, und die werde ich in Wort und Bild vorstellen. Manchmal wird sogar eine Geschichte aus meinem Leben daraus. Es wird also pro Woche zwei Beiträge geben, auf die ihr Euch freuen könnt. Und als Bonus einen Link der Woche!





Mittwoch, 27. Januar 2016

Die Katastrophe




Alles weg!

Ich brauchte ein paar Sekunden, um zu begreifen, was da passierte. Während ich dabei war, Sicherungskopien meiner Arbeitsdateien auf eine externe Festplatte zu schieben, begannen plötzlich meine Icons auf dem Desktop einer nach dem anderen zu verschwinden - Programme, Links zu den aktuellen Arbeitsdateien usw. Sofort versuchte ich, den Kopiervorgang abzubrechen - ging nicht. PC herunterfahren - ging nicht. Ich war schon in Panik, als mir einfiel: Netzstecker! Ich schaltete sofort die ganze Steckerleiste ab. Puh!

Quelle: www.pixabay.com - Danke!
















Ich wartete einen Moment, bis ich wagte, den PC wieder einzuschalten. Drei Viertel aller Icons waren verschwunden. Die anderen reagierten nicht. Nun, dachte ich, das sind ja in erster Linie Links. Die Programme und Dateien müssten ja noch da sein.
Ich ließ zuerst einen Virenscanner laufen, bevor ich etwas anderes anfing. Ich habe zwar einen, der ständig mitläuft, wenn ich online bin - der kostet Geld und ist es normalerweise auch wert, reicht offensichtlich aber nicht. Nun musste erst einmal die Festplatte gereinigt werden. Es fanden sich gleich zwei der bösartigen Angreifer und wurden getilgt.

Noch zu retten?
Jetzt versuchte ich, über die Dateiverwaltung, meine Dateien aufzurufen. Weg! Ganze Verzeichnisse waren leer, andere in „Links“ verwandelt, die offenbar irgendwo hin in die Weiten des Webs gegangen waren. Anzuklicken waren sie nicht.
Langsam wurde mir klar, dass Vieles wirklich verschwunden war. Zuerst Programme, die ich zuletzt verwendet hatte. Word. Excel. Grafikprogramme. Ein kompletter, kürzlich erst begonnener Sprachkurs.
Dann die Dateien, an denen ich gearbeitet hatte. Alles, was mit Word oder Excel in den letzten Tagen bearbeitet worden war.
Waren die vielleicht nur in andere Verzeichnisse verschoben? Nach stundenlangem Suchen, die ganze Nacht, war mir klar - da brauch ich Hilfe.
Und die brachte mir Klarheit: Weg ist weg. Nichts mehr da. Futsch. Verloren.

Quelle: pixabay.com - Danke!



















Zum Glück waren da die Sicherungsdateien. Word und Excel sind wieder auf der Festplatte, und fast alle Arbeiten. Meine Linkliste, mühselig angelegt, ist gestorben. Meine Kontaktadressen! Zum Glück gibt es noch externe Listen bei t-online und gmx, damit lässt sich eine neue aufbauen. Doch mehrere aktuelle Arbeitsdateien sind nicht mehr ganz aktuell - lediglich auf einem älteren Stand. Offenbar hat der Schädling auch auf die Festplatte zugegriffen, auf die ich gerade speicherte. Mehrere Word-Dateien sind dort verschwunden, Excel-Dateien komplett. Korrespondenz! Buchführung! Wahrscheinlch hat die Schadsoftware „gewartet“, bis ich die Datensicherung machte, um erst in diesem Moment zuzuschlagen.
Tagelang war ich wie gelähmt. Was sollte ich denn jetzt machen? Da sind Terminarbeiten, die zum Teil schon überfällig sind! Romanablieferungen. Steuererklärung. Und jetzt blockierte ich erstmal total. Der Berg Arbeit, der vor mir lag, schien unüberwindlich.

Neuanfang
Aber es muss weitergehen. Ich erfasse die Buchführungsbelege neu. Ich schreibe an den Geschichten da weiter, wo sie vor einiger Zeit unfertig gesichert worden waren. Wenigstens etwas. Ein enormer Zeitverlust, aber immerhin ist nicht alles verloren. Und Datensicherung wird jetzt doppelt gemacht - auf der externen Platte und auf DVD. Hinter allem noch die große Frage: Wie konnte das passieren? Ein Virus kommt nicht von allein. Der ist von irgendwem hergestellt und auf die Reise geschickt worden, um möglichst großen Schaden anzurichten. Wer macht so was? Schüler, die sich einen Spaß erlauben? Der russische oder rumänische Geheimdienst? Da geraten wir jetzt in den Bereich der Verschwörungstheorien.

Stau in Manila - aber es geht weiter... (eigene Aufnahme)


Freitag, 25. Dezember 2015

Frohes Fest!

Allen meinen Leserinnen und Lesern wünsche ich ein frohes, geruhsames Weihnachtsfest - und denen, die diese stillen Tage (nach all dem Trubel) nutzen wollten, um entdlich das zu schaffen, was sie schon längst geschafft haben wollen, ein gutes Gelingen! Ihr seid nicht allein damit!

Donnerstag, 17. Dezember 2015

Hurra, wir leben noch!


Das ist der Titel eines Romans von Johannes Mario SIMMEL (den ich wegen seiner guten Recherche und seines Engagements bewundere) und eines Songs von MILVA (die ich seit ihrer Tango-Sammlung und ihrer Brecht Lieder mag). Ein Satz, der die Zeit nach dem zweiten Weltkrieg kennzeichnet - die Fünfzigerjahre, in denen ich meine Kindheit erlebte. Wir leben noch - das ist ein Grundgefühl, das in mir steckt und das mich immer wieder aufstehen lässt, wenn es mir mal schlecht geht.

Persönliches
 Rund sieben Wochen ist es her, dass ich mich hier zuletzt gemeldet habe. Hinter mir liegt eine längere Krankheit - eine fiebrige Bronchitis, die in eine Lungenentzündung zu kippen drohte. Mein Allgemeinbefinden war meines Wissens noch nie so schlimm wie in den hinter mir liegenden Wochen. Frau und Tochter waren ebenfalls krank, wenn auch nicht ganz so intensiv und lange. Ich hatte bleischwere Tage, an denen ich im Schlaf oder in Fiebertrance war und trotzdem halbwegs funktionieren musste. Kindergarten, kochen, einkaufen - das musste ja alles funktionieren, und nebenher gab’s eine Beziehungskrise, die noch nicht ganz ausgestanden ist. Sowas kommt wohl überall vor.

Berufliches
Viel Arbeit fiel aus und wurde verschoben. Seit August hielt ich mich an einem Manuskript auf, das eigentlich dem unmittelbaren Lebensunterhalt dienen sollte - immer wieder bekam ich das Manuskript zurück - keine Spannung, am Thema vorbei, da passiert nix. Stimmt alles. Ich habe dann das Manuskript erst einmal abgebrochen und ein anderes begonnen - es geht sonst nicht weiter. Ich muss jetzt aber endlich wieder an meine großen Projekte - das Zeiss-Buch, den Augsburg-Krimi und eine neue Idee, die ich aber nicht angehen werde, solange ich nicht die zwei wichtigsten Projekte abgeschlossen habe. Ich werde jetzt alles nacheinander abarbeiten. Klingt wie ein Neujahrsvorsatz, von dem niemand erwartet, dass er eingehalten wird, aber ich werde meine ganze Tatkraft einsetzen.

Politisches
Inzwischen haben sich die Welt und das Leben verändert. Wir haben viele Flüchtlinge in Deutschland aufgenommen, meist mit einem Willkommen, aber es gab auch viele würdelose Reaktionen, besonders unter Bevölkerungskreisen im Osten, aus denen früher riesige Mengen an Wirtschaftsflüchtlingen kamen, die wir im Westen ganz selbstverständlich begrüßt und aufgenommen haben. Beängstigend ist die Zahl der Brandstiftungen in ganz Deutschland und das Hoffähig-Werden rechter Organisationen und Parteien. Aber vorerst genug davon - ich habe in der letzten Zeit nicht alles mitbekommen und bin noch dabei, mir ein Bild zu machen. Meine Grundstimmung ist aber: Wir werden bereichert durch die vielen Menschen, die zu uns kommen. Egal ob Arbeitsmarkt, Rentenkassen oder Kunst und Literatur: Irgendwann wird es Schriftsteller geben, die diesen kulturellen Schub verkörpern, den sie uns mitbringen, und die dann stolz sagen: Ich bin Deutschsyrer. Es werden noch Jahre vergehen, aber sicher wird es Menschen geben, die diese Flucht (zu Fuß! Unter Lebensgefahr!) und ihre Erlebnisse aufzeichnen und verarbeiten. Ich freu mich drauf.

Sonntag, 25. Oktober 2015

Woher nehmen Sie Ihre Ideen?



(Bild: pixabay)

Die Frage nach den Ideen bekommt fast jeder Schriftsteller hin und wieder gestellt. Was soll man darauf anworten? Liest man interessante Dinge in der Tageszeitung und verwertet sie? Ärgert man sich über Romane von Kollegen und versucht, aus dessen (ohnehin geklauter) Idee etwas Besseres zu machen? Bekommt man Lebensgeschichten auf Geburtstagsfeiern erzählt (so wie sich der Anwalt knifflige Fälle der Anwesenden anhören muss oder der Arzt endlose Krankheiten von Anwesenden, bis er die Leute mit dem Satz "Du bist gar kein Hypochonder, Du bildest dir das nur ein" rigoros zum Schweigen bringt)? Etwas von alledem. "Die besten Romane schreibt das Leben" - dieser oft zitierte Satz von Karl May stimmt genau. Ein bisschen Talent sollte man als Autor auch haben. Und man muss sein Handwerk beherrschen.

Arbeit und Vergnügen zugleich
Manchmal entsteht ein Roman wie eine Perle - zuerst ist da ein winziges Sandkorn, meist ein störendes, aber es kann auch ein einzelnes Wort, ein Satz, eine winzige Begebenheit sein - die Aufforderung eines Schwaben, bei starker Sonneneinstrahlung gefälligst nicht einfach seinen Schatten zu benutzen, oder der Blick aus dem Auto an der Ampel auf das in der Nase bohrende Mädchen im Nachbarauto. Fort und vergessen?
Manchmal setzt sich dieses Sandkorn irgendwo fest. Eine Muschel bildet Perlmutt herum, ein Hirn sammelt Bilder und Tagträume. Und irgendwann ist die Perle fertig und im Kopf die Idee für eine Erzählung oder gar einen ganzen Roman. Jetzt beginnt die Arbeit.
(Bild: pixabay)
Ich habe in diesem Blog bereits einen Einblick in meine Werkstatt gegeben - ihr findet ihn u.a. HIER. Links für die zusätzliche Recherche gibt es HIER und an vielen anderen Stellen in diesem Blog. Heute fand ich einen Beitrag meiner Kollegin Micaela Jary („Sehnsucht nach Sansibar“, „Das Haus am Alsterufer“, wie ein fernes Lied“ u.a.) über den Ausbau der Idee zum Roman, das Plotten und Planen. Interessant, dass wir da Parallelen haben - die Vorsicht im Umgang mit Wikipedia (bei gleichzeitiger Wertschätzung!), die Nutzung dortiger Literaturhinweise (die wiederum zu weiterer Literatur führt), die Verwendung eigener Erfahrungen (ich habe in meinen historischen Romane manchmal ganze autobiografische Züge fahren), und Vieles mehr. Der Artikel von Micaela ist gut und zügig geschrieben, und wenn ihr ihn aufruft (HIER), werdet ihr für die eigene Arbeit, aber auch einfach als Leser(in) einigen Nutzen daraus ziehen.

Freitag, 16. Oktober 2015

Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch!



Dieses Brecht-Zitat aus dem Epilog von „Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui“ kam mir in den letzten Tagen und Wochen immer deutlicher in den Sinn. Zwei Ereignisse von vielen in dieser jüngsten Zeit möchte ich stellvertretend schildern.
(Danke, pixabay!)
Die Verkäuferin
Ende August wurde in Österreich ein LKW mit den Leichen von 71 erstickten Flüchtlingen am Rand einer Autobahn entdeckt. Die „BILD“-Zeitung, die an einem Kiosk gegenüber der „Kapellenschule“, einer Hauptschule in meiner Nachbarschaft, ausgehängt war, titelte etwas von über 50 Toten. Ich kam in den Laden, um meiner dreijährigen Tochter etwas zu trinken zu kaufen. Es war noch ein etwa elfjähriges Mädchen anwesend. Wie gesagt, es ist ja eine Schule gegenüber, und es kommen wohl oft Kinder herein. Ich deutete auf die Zeitung und sagte: „Inzwischen weiß man, dass es sogar über siebzig Leute sind, die da ums Leben kamen.“
Antwort der Verkäuferin: „Die können uns wenigstens nicht mehr auf der Tasche liegen.“ Sie war sogar richtig stolz auf ihre geniale Meinung.
Ich habe meine Tochter genommen und bin gegangen. Den Laden habe ich seitdem nicht mehr betreten. Wer so zynisch ist und den Massenmord an Menschen gut heißt, die unsere Hilfe suchen, darf nicht an mir oder meiner Familie auch noch Geld verdienen.
(auch von pixabay)

Die Hauswirtin
Meine Frau schickt regelmäßig Sachen auf die Philippinen, die dort gar nicht, sehr schwer oder nur sehr teuer erhältlich sind. Lebensmittel und Kinderkleidung sowie Schreibmaterial für Schüler gehören auch dazu. Meine Schwiegermutter verteilt dann die Sachen im Dorf. Heute wurden zwei dieser riesigen „Balikbayan“-Pakete vom Spediteur abgeholt, jedes rund 80 bis 100 Kilo schwer. Ich erklärte unserer staunenden Hauswirtin, die gerade den Hinterhof vom Herbst befreite, dass darin Hilfsgüter für arme Menschen im Norden der Philippinen transportiert werden (wo übrigens zur Zeit wieder mal ein heftiger Wirbelsturm für Überschwemmungen, Erdrutsche und Starkwellen sorgt). Immerhin haben zur Zeit weniger als 5% der Leute im Heimatdorf meiner Frau einen Arbeitsplatz, und meist ist dies kein fester. Das erklärte ich Frau ù. Ihre Antwort, sehr bitter: „Dann holen Sie doch einfach alle hierher nach Deutschland. Wir haben ja Platz genug. Sehen Sie doch.“

Was soll ich dazu sagen?
Ja, liebe Frau ù, das haben wir. Auch wenn Sie es nicht so gemeint haben. Was denken Sie, wie viel Platz wir damals geschaffen haben, als wir Deutschen Millionen von Menschen vertrieben, vergast und im Krieg umgebracht haben. Als mindestens ebenso viele vor uns und den Grausamkeiten unserer SS geflohen sind. Sie haben ja recht - so viel Platz ist bei uns mindestens frei! Und was war mit den 14 Millionen Flüchtlingen, die damals aus dem Osten kamen, aus Schlesien, Pommern und dem Sudetenland? Die zählen ja nicht als Fremde. Das waren ja alles Deutsche. Dass sie es gerade hier in Bayern äußerst schwer hatten, ist längst vergessen. Aber wir haben das verkraftet, obwol ganz Deutschland am Boden lag - die Städte zerbombt, die Wirtschaft zerschlagen, die Bahnlinien zersprengt.
Und was hatten wir dann davon? Wir mussten den unwillkommenen Hilfesuchenden, die alles verloren hatten,Wohnungen bauen und ihre Kinder, soweit diese nicht auf der Flucht erfroren waren, in die Schule schicken.
Das war dann unsere große Leistung in den 50ern: Wiederaufbau, Neuaufbau. Schaffung ganzer neuer Städte wie Geretsried oder Neugablonz. Mein Wohnort Hattingen, damals gerade mit 30.000 Einwohnern, wuchs auf weit über 50.000. Und alle hatten Arbeit. Irgendwer musste ja die neuen Häuser bauen, und die Straßen. Und die Schulen. Für neue Buslinien in die Vorstädte wurden Fahrer gebraucht, für die Schulen Lehrer. Dazu wurden sogar welche aus dem Ruhestand geholt. Die Leute hatten plötzlich Geld in der Tasche, kauften ein - die Geschäfte, Dienstleister, Behörden - alle brauchten eine Menge neues Personal. Zum Teil waren das natürlich Flüchtlinge - gut ausgebildete, qualifizierte Leute. Diese konnten sich, genau wie die „Hiesigen“, plötzlich wieder etwas leisten - Kleider, Musiktruhen, Kühlschränke, gutes Essen im Restaurant. Die Menschen kauften alle halbe Jahre den Quelle-Katalog leer. Die Wirtschaft boomte. Man fuhr mit der Isetta an den Gardasee oder nach Rimini.
Es war nicht nur die amerikanische Hilfe, die uns damals stark gemacht hat (ohne dass ich die Verdienste der USA schmälern will: Immerhin erinnere ich mich noch voller Dankbarkeit an die Care-Pakete, die unsere Familie zeitweise über Wasser gehalten haben), aber ohne die Flüchtlinge aus dem Osten wäre es damals nie zu Vollbeschäftigung (und Personalknappheit!) gekommen. Es hat sich vielfach ausgezahlt. Und das nannte man dann „Wirtschaftswunder“.


Dienstag, 6. Oktober 2015

Neues E-Book erschienen!




Wenn ich mit meinem Hauptprojekt nicht weiterkomme, höre ich nicht einfach auf zu schreiben, denn ich kann mir ja nicht einfach frei nehmen - ich muss als Freiberufler meinen Lebensunterhalt (und den meiner Familie) ebenso verdienen wie jeder andere auch.
Ich wende mich daher einem anderen Thema zu, einem anderen Projekt, vielleicht etwas Leichterem, das dann unter einem Pseudonym erscheint. Ich habe immer einige „Nebenprojekte“ in Arbeit, für die ich mir natürlich auch ehrliche Mühe gebe, denn die Leser sollen ja ihre Freude daran haben.
Bisher habe ich einige Titel bei einem kleinen Verlag untergebracht, doch da klappt es mit der Kommunikation nicht so recht. Nun habe ich es mal mit „Tolino“ versucht, das die Titel bei Weltbild, Thalia, Hugendubel und vielen anderen anbietet. Mit Ausnahme des neuen Titels sind alle auch bei Amazon für den Kindle-Reader erhältlich.
Mein neuer Titel „geliebter Schuft“ ist ein spannender, hinreißender Liebesroman, der in Berlin und in der Nähe von Basel spielt. Ich biete ihn bis zum 15.10.2015 für 1,99 Euro Einführungspreis an, danach beträgt der Preis regulär 3,99 €
Jetzt diesem Link folgen, dort die Bilder anklicken und die Leseproben genießen!


Mittwoch, 9. September 2015

Mehr Zeit zum Schreiben

Der erste Tag im Kindergarten!
Eine schwierige Zeit liegt hinter mir - einige Wochen Vollzeit-Kinderbetreuung. Es war einerseits eine wirklich ereignisreiche Zeit, in der ich einige Entwicklungsschritte unserer Kleinen miterlebt habe, und das Wunder, die Welt zu begreifen. Was kann schöner sein!

Kehrseite
Die Kehrseite war allerdings, dass ich kaum zum Arbeiten gekommen bin. Mit allen Terminen im Rückstand! Überarbeitungen! Nachbesserungen! Terminverspätungen! Finanzkatastrophen!

 Ein Teil meiner abgelieferten Arbeit war unter aller Sau und musste überarbeitet werden. Die Honorare flossen spärlicher. Meine Frau hat mir die Hölle heiß gemacht - sie hat ja (leider!) keine Ahnung, wie viel Zeit notwendig ist, sich um ein Kleinkind zu kümmern. Sie arbeitet hart, sie macht richtig Karriere, aber für Fixkosten (Miete, Strom, Heizung, Versicherungen) muss ich mit dem Honorar sorgen. Neben der Vollzeit-Betreuung. Da das in letzter Zeit immer spärlicher floss, gab's oft Krach.
Jetzt habe ich sieben Arbeitsstunden pro Tag hizugewonnen. Statt zwei Stunden also neun. Zeit zum Aufholen, Zeit für Neues. Arbeit gibt es mehr als genug.

Rundbrief
Ich plane einen Rundbrief für Freunde und Kollegen. Demnächst werde ich hier meine Idee vorstellen Es geht im Grunde darum, Euch zu informieren, aber auch darum, Eure Nachrichten weiterzugeben. Privates und Berufliches gemischt. Wer Interesse hat, kann mir eine Mail schicken an viktorglass (at) gmx.de. 

Donnerstag, 20. August 2015

Nachwuchs-Schreibwettbewerb

Die "jungen Verlagsmenschen" vergeben wieder ihren beliebten Nachwuchs-Preis "write & read". Wer unter 40 ist und noch kein Buch bei einem Verlag veröffentlicht hat, sollte mal unter diesem Link nachschauen. Dort findet Ihr die Teilnahmebedingungen und weitere Informationen. Viel Glück!