Didis Bücherturm

Freitag, 5. Juni 2015

„Wie ein fernes Lied“ - der neue Roman von Micaela Jary



Zeitgeschichte gegenwärtig zu machen, nicht nur in Fakten, sondern auch persönlich, ist eine Kunst, die nicht jeder beherrscht. In einer Vorschau auf der Homepage des Piper-Verlages fand ich nun eine atmosphärisch dichte Leseprobe, die mich sofort faszinierte - den Anfang eines Romans, der in mehreren Zeitebenen ein bewegendes Schicksal und eine große Liebe beschreibt. Die gut ausgewählte Leseprobe umfasst zwei Szenen, in die ich sofort hineingezogen wurde - man weiß, wann und wo das passiert, man ist mitten dabei, sieht Farben, riecht Gerüche, erlebt das Geschehen von ganz nah, aus dem Innersten der handelnden Personen heraus. Vor allem: Man hört und spürt die Musik, die dem Ganzen unterliegt. Man ist mittendrin und will einfach weiterlesen. Beswingt tanzend, mit dem aufgeschlagenen Buch in der Hand. Ich wünschte, ich könnte so hautnah schreiben. Der Roman heißt „Wie ein fernes Lied“ - ein Titel, der die ganze Melancholie der Sehnsucht umfasst, die diesen Roman durchzieht.
Die Autorin, Micaela Jary, von der ich schon Einiges gelesen habe, schafft all diese mitreißende Atmosphäre durch ihren Fleiß, ihr Können, ihre außerordentlich gute Recherche und nicht zuletzt durch ihren einfühlsamen Stil. Genau deshalb ist sie eine Erfolgsautorin, die schon jetzt zu den großen Unterhaltungsschriftstellerinnen unserer Zeit zählt, in der treffsicheren Recherche mit Simmel vergleichbar, in Stil und Virtuosität häufig darüber hinausgehend. Ich wünsche mir noch viele großartige Romane von ihr, aber erst einmal wünsche ich diesen komplett zu lesen, sobald er herauskommt. Das wird am 10. August sein. Ich freu mich drauf.
Aber jetzt schaut bitte erst einmal mal in die Leseprobe!

Donnerstag, 4. Juni 2015

Carl Zeiss: Ankündigung

zum Vergrößern bitte anklicken.
Mein nächstes Buch, an dem ich zur Zeit noch arbeite, ist vom Verlag bereits angekündigt. Es ist noch nicht ganz fertig, aber die meiste Recherche habe ich bereits erledigt, mus hier und da noch Kleinigkeiten aufspüren, arbeite aber nun intensiv am Text (was dazu führt, dass ich diesen Blog hier ein wenig vernachlässige). Hier die Vorankündigung des Verlags  - ich halte Euch bei neuen Entwicklungen auf dem Laufenden!
Mir gefällt das Titelbild - es ähnelt dem Umschlag meines ersten Buches dieser Reihe über "soziale Unternehmer", meines biografischen Romans über Rudolf Diesel, der leider zur Zeit vergriffen ist.

Wichtiger Hinweis:
Dieses Bild und die darin enthaltenen Elemente bitte nicht kopieren (es sind mehrere Copyrights zu beachten). Bei Fragen dazu bitte an viktorglass (at) gmx.de schreiben. Ich leite die Anfrage dann weiter.

Sonntag, 17. Mai 2015

Wohnzimmer-Lesungen



In Basel

Es ist schon ein paar Jahre her, da las ich in einer Buchhandlung im Basler Ortsteil Bachletten aus einem meiner Bücher. Ich war für zwei Wochen in der Stadt und hatte in einem Café am Barfüßerplatz eine kleine Erzählung geschrieben, die in Basel spielte und die ich bei dieser Gelegenheit dem Publikum vorstellte. Ich war froh, dass sie so gut ankam.
Nach der Lesung gab es einen kleinen Imbiss. Eine Frau trat auf mich zu und sagte, die Geschichte habe ihr gefallen, und es wäre schade, dass ihre Mutter diese nicht hören könnte. Die Dame sei fast neunzig, aber geistig sehr rege und könne wegen einer Behinderung nicht aus dem Haus. Ob ich nicht bei ihr zu Hause noch einmal aus meinem Buch und dann diese Geschichte vorlesen könne? Ich überlegte nur kurz und sagte zu - von der Buchhandlung hatte ich ein gutes Honorar bekommen und hatte gute Laune.

Die Atmosphäre

Am Samstag fuhr ich dann mit dem „Trämli“ Nummer sechs nach Allschwil hinaus - die Adresse, die ich bekommen hatte, war nicht weit von der Endhaltestelle. Ein wenig war ich besorgt, ob ich die Lesung meistern würde - die Frau, die mich angesprochen hatte, hatte angekündigt, ihre Mutter werde ein paar Freundinnen hinzubitten, denen sie auch das Erlebnis einer „Dichterlesung“ vermitteln wolle.
Ich hatte allerdings nicht erwartet, dass fast dreißig Leute in dem geräumigen Wohnzimmer gedrängt saßen. Jeder hatte Kuchen, Salate und Getränke mitgebracht, so dass es ein kleines Buffet gab. Das Publikum war zwischen 30 und 90: Lehrer, Hausärztin, Verwandtschaft, Physiotherapeut, Pfarrerin - die alte Dame hatte telefonisch alles zusammengetrommelt, was sie erreichen konnte.
Meine Gastgeberin wirkte nicht wie neunzig, sondern eher zehn Jahre jünger. Sie stellte mir alle Besucher vor und hatte sogar kleine Anekdoten über jeden parat. Sie war stolz und glücklich, dass ich tatsächlich gekommen war.

Die Lesung

Man hörte mir aufmerksam zu. Niemand schwatzte im Hintergrund. Ich hatte mehrere Erzählungen und einen kurzen Romanausschnitt ausgewählt. Ich saß etwas erhöht auf dem Tisch einer alten Nähmaschine. Ein Mikrofon brauchte ich hier nicht. Zu allen Texten kamen Fragen, und es gab kleinere oder auch längere Diskussionen. Die Leute redeten und fragten freimütiger, als es in einer Buchhandlung möglich gewesen wäre. Hier war man ja nicht in der Öffentlichkeit, sondern unter sich. Anfangs hatte ich noch gedacht, nach einer oder höchstens zwei Stunden säße ich wieder in der Straßenbahn, aber es wurde zwei Uhr nachts - sechs Stunden! Und es lag nicht am Wein, sondern an der Offenheit der Fragen und des Gesprächs überhaupt, dass ich mich immer wohler fühlte.
Ich wurde von einem der Gäste mit dem Auto in meine Unterkunft gebracht (die Gastgeberin hatte mich auch mit Salaten und Kuchen für den nächsten Tag eingedeckt). Am Schluss der Veranstaltung - niemand war früher gegangen! - reichte die Gastgeberin eine Schüssel herum, für’s Honorar. Ich war von den Socken, als dann fast fünfhundert Franken zusammenkamen. Es war aber die Atmosphäre, nicht nur das gute Honorar, das mich veranlasste, künftig weitere solche Veranstaltungen zu planen. Ich wusste gleich, eine solche Summe würde ich wohl sonst nirgendwo erhalten.



Mein Angebot

Ich habe beschlossen, weitere solche Lesungen zu veranstalten, und in den letzten Jahren wurde ich immer wieder dazu eingeladen. Jede war anders, natürlich, und das ist das Spannende daran. Gemeinsam war allen die offene Atmosphäre. Die Leute reden freier als in der Buchhandlung vor fremden Besuchern. Bei diesen „Wohnzimmerlesungen“ gab es immer gute, auch für mich fruchtbare Gespräche. Ich habe inzwischen verschiedene solche Lesungen gemacht - in einer Party-Straßenbahn, in einer Wochenend-Hütte, sogar im Wartezimmer einer Arztpraxis - oder eben in Wohnzimmern, die groß genug waren für acht bis zehn Leute oder mehr.
Ich biete solche Lesungen nun auch aktiv an - zu sehr günstigen Konditionen. Wer mich einlädt, macht für seine Gäste, sich selbst und mich eine Kleinigkeit zu essen, hat einen leckeren Wein da, bezahlt meine An- und Abreise (im weiteren Umkreis von Augsburg brauche ich ja keine Übernachtung), erlaubt mir eventuell, signierte Bücher aus meinem „Bücherkoffer“ zu verkaufen, lässt einen Hut fürs freiwillige Honorar kreisen - und empfiehlt mich, wenn’s gefallen hat, auch weiter. Interessiert? Dann finden Sie Kontakt-Informationen auf meiner Homepage www.viktorglass.com - u.a. im Impressum.

Samstag, 16. Mai 2015

Ein Interview mit Kerstin Gier

... habe ich gerade im Kölner Stadtanzeiger gefunden. Kerstin Gier spricht unter anderem über das Schreiben von Bestsellern und die Wahl ihrer Schauplätze. Gut zu lesen, und es lohnt sich!
Hier der LINK.

Montag, 4. Mai 2015

Ein kleiner Gruß an Jens Hagen



Beim Aufräumen fand ich einen kleinen, schwarzen Privatdruck, mit Schreibmaschine geschrieben, vervielfältigt („hektografiert“ sagte man damals, als das gute Stück entstand), und per Hand „gebunden“ (das heißt: eigenhändig geklammert und mit Klebestreifen gesichert) von Jens Hagen: „Nette Nachbarn“.
Er hat es mir auf einer gemeinsamen Lesung geschenkt, vermutlich in Bergisch Gladbach. Wir sind uns hin und wieder auf Gruppenlesungen im Raum Essen, Duisburg, Düsseldorf oder Köln begegnet. Kennen gelernt haben wir uns, soweit ich mich erinnere, bei der Kölner Malerin Regina Weitz, die hin und wieder in ihrer Lindenthaler Wohnung einen kleinen literarischen Gesprächskreis veranstaltete. Ich weiß noch gut, er wirkte deutlich zu groß für dieses Flokati-Wohnzimmer.
Nun, dachte ich, das gute Stück aus seiner Hand kann ich natürlich nicht einfach bei Ebay versteigern - am besten, ich gebe es ihm zurück, vielleicht hat er seine alten Belege nicht mehr vollständig und freut sich über das gut erhaltene Heft.
Dann suchte ich nach seiner Adresse, fand den Wikipedia-Artikel, hatte ihn nach einem der Fotos sofort in Erinnerung: seine schwarze Wuschelmähne, seinen stets etwas empörten Blick, seinen klaren, kritischen Verstand, die Unduldsamkeit, mit der er Oberflächlichkeiten bemängelte. Seinen scharfen Humor.
Das kann ich ihm nicht mehr sagen. Er ist schon vor elf Jahren verstorben - in Mechernich in der Eifel, wo auch ein anderer langjähriger Freund und Kollege, Alfred Müller-Felsenburg, in einem Pflegeheim der „Communio in Christo“ starb.
Nach langer, schwerer Krankheit, heißt es über Jens Hagen. Ich hoffe, man hat Dein Leiden wenigstens lindern können, Jens.
Es ist immer unangenehm, wenn jemand, zu dem der Kontakt eingeschlafen ist, obwohl er zu den wichtigeren Freunden gehörte, verstorben ist, wenn man sich seiner wieder erinnert - und dann auch noch vor langer Zeit. Man kann nicht mehr sagen: „Ich erinnere mich gut an Dich, Du hast mir etwas bedeutet, die Gespräche mit Dir haben mich weitergebracht im Beruf und im Leben. Aber was habe ich Dir gegeben? Wahrscheinlich gar nichts. Nicht einmal dieses Heftchen zurück.
Das Stadtarchiv Köln ist vor ein paar Jahren eingestürzt. Es hatte auch den Nachlass von Jens Hagen betreut - Vieles davon schien unwiderruflich vernichtet, ist aber zum Glück teilweise wieder aufgetaucht. Dieser kleine Privatdruck vielleicht gerade nicht. Da schicke ich ihn hin. Das ist die richtige Adresse.
Leb wohl, Jens Hagen. Ich habe Dich bewundert.

Dienstag, 28. April 2015

Gute Nachricht für Selbstverleger!

Über twitter und facebook verbreitete sich heute die Nachricht, dass es für den „Tolino“ nun auch ein Selfpublisher-Portal online gibt. Bereits Anfang März war es über die Fachmedien angekündigt, wie hier im „Buchreport“. Nun ist es da - zu finden unter einem eigenen Link.

Eine erste aktuelle Wertung und eine ausführliche Beschreibung findet sich, wie soll es anders sein, in der„Selfpublisherbibel“ von Matthias Matting, der ohnehin immer sehr gute und ergiebige Informationen hat.

Wichtig ist für mich hier der Hinweis, dass ein selbst verlegtes Buch heutzutage keine Chancen hat, wenn es nicht professionell korrigiert und lektoriert wurde. Hier gibt es ein Angebot auf meiner Homepage.

Außerdem ist ein gutes, professionell wirkendes Titelbild heutzutage unerlässlich. Preiswerte Beispiele (und fertige Titelbilder zum Kauf) findet Ihr z.B. bei „The Coveria“.

 

Samstag, 18. April 2015

Russensärge

Erinnert Ihr Euch noch an meinen Blog-Eintrag "Bücher und Särge", der vor längerer Zeit hier stand? Jetzt bekommt dieser Beitrag neue Aktualität: In meinem neuen Augsburg-Krimi, der demnächst erscheint, erwähne ich diese Art von Sargmöbel. Der Krimi wird "Russensärge" heißen und im Bestatter-Milieu spielen.
Bleibt gespannt! Ich bin fleißig bei der Arbeit.


Montag, 13. April 2015

Über das Hören auf den „vier Ebenen“



Verschiedentlich habe ich in diesem Blog interessante Gastbeiträge an meine Leser/innen weitergegeben, die für Schreibende interessant und hilfreich sind. Diesmal habe ich die Fantasy- und Krimi-Autorin Mara Laue, die auch den großartigen Ratgeber „Von der Idee zum fertigen Text“ verfasst hat, gebeten, mir ihren Beitrag über das Hören zur Verfügung zu stellen, der sich sehr gut zur Darstellung von witzigen und geistreichen Dialogen heranziehen lässt und eine Menge über die menschliche Kommunikation verrät. Wer mehr über Mara Laue und ihre Bücher erfahren will, wird auf www.mara-laue.de fündig.

Dieser Beitrag gehört zum Handwerk des Schreibens und eignet sich hervorragend, um Konfliktszenen zu ver- oder entschärfen, ganz besonders die zwischen Liebenden. Dieses Hörmodell" wurde von Friedemann Schulz von Thun entwickelt.
Das Hören auf den vier Ebenen behandelt den Fakt, dass man dieselbe Aussage auf vier verschiedene Weisen „hören“ = auffassen = interpretieren kann.

Folgende Situation: Zwei Leute sitzen in einem Auto und fahren auf eine Ampel zu. Sagt der Beifahrer zum Fahrer: „Die Ampel ist grün.“
Diese Aussage lässt sich nun auf verschiedene Weise vom Fahrer auffassen bzw. interpretieren.

1. Sachlich
Der Fahrer blickt zur Ampel und sieht, dass sie tatsächlich auf Grün geschaltet ist. Seine Reaktion: null oder „Stimmt!“ oder „Hast Recht.“

 2. Als Appell
Der Fahrer interpretiert die Aussage als Appell des Beifahrers, schneller zu fahren, damit man noch durchfahren kann, bevor die Ampel auf Rot schaltet. Reaktion: null oder Druck aufs Gaspedal.
  
3. Als Selbstaussage des Beifahrers über sich bzw. seinen „Gemütszustand“
Der Fahrer interpretiert aus dem Gesagten, dass der Beifahrer es vielleicht eilig hat oder nervös ist und deshalb keine Lust oder keinen Nerv hat, an einer roten Ampel ein paar Minuten zu warten. Reaktion: null oder Druck aufs Gaspedal oder: „Sorry, ich fahre schon erlaubte Höchstgeschwindigkeit und darf nicht schneller.“

4. Persönlich
Der Fahrer interpretiert die Aussage, dass die Ampel auf Grün geschaltet ist, als an ihn bzw. gegen ihn persönlich gerichtet bzw. als Kritik an seinem Fahrstil. Seine Reaktion in Gedanken oder laut: „Das sehe ich doch selbst! Hält mich der Kerl ( = der Beifahrer) für blöd oder blind, dass er mir das meint sagen zu müssen? Pass mal auf, Kerlchen, wenn dir nicht passt, wie ich Auto fahre, dann kannste aussteigen und nach Hause laufen!“

Wenn ihr eure Protagonisten auf der Klaviatur dieser vier Möglichkeiten spielen lasst, gibt das nicht nur herrlich lebendige Konfliktszenen (bei Benutzung der persönlichen Schiene), sondern in der einen oder anderen auch ebenso herrliche Situationskomik.
Stellt euch vor, was passiert, wenn jemand etwas tatsächlich als Appell meint, sein Gegenüber es aber sachlich „hört“ und den Appell ins Leere laufen lässt. („Schatz, der Kühlschrank ist leer!“ Appell: Schatz, geh einkaufen! Schatzes Reaktion: „Stimmt.“ OHNE Anerkennung des Appells und entsprechender Reaktion.) Oder wenn jemand etwas tatsächlich persönlich meint und der andere darauf gar nicht „persönlich“, sondern sachlich reagiert. („Du Bastard!“ Bastrads Reaktion: „Stimmt, meine Eltern sind nicht verheiratet. Aber heutzutage ist die Bezeichnung Bastard für nichteheliche Kinder längst megaout.“ Und der Beleidiger würgt selbst an seinem Grimm, weil das Beleidigen nicht geklappt hat.) Und so weiter.

Aus persönlicher Erfahrung mit Realsituationen kann ich euch sagen, dass es sich
1. viel entspannter lebt, wenn man sich ganz bewusst darauf trainiert, manche Dinge ausschließlich nach ihrem Sachgehalt zu beurteilen, statt sie persönlich zu nehmen: Ist die gemachte Aussage sachlich zutreffend oder nicht? Wenn ja: „Stimmt!“ Wenn nicht, kann man den Sachverhalt (!) sachlich (!) korrigieren, und gut is’! (Klappt leider nicht immer, aber Übung macht auch hier eines Tages die/den Meister/in.)
2. Falls einem tatsächlich jemand mit einer persönlich gemeinten fiesen Bemerkung eins reinwürgen will, ärgert der sich erfahrungsgemäß dumm und dusselig, wenn man ihn durch die Sachbetrachtung damit ins Leere laufen lässt! Oder anders ausgedrückt: ICH entscheide, ob ich eine Aussage als Beleidigung auffassen will oder nicht. („Dumme Kuh!“ Reaktion: „Wo?“)
 In dem Sinn: Viel Spaß bei der Anwendung der vier Hörebenen – im Roman wie im Leben.

Mittwoch, 8. April 2015

Schräge Vögel



+ Roland Findeisen, Anton Grigoleit („Honecker“), Eckard Hefele, Teresa Pietrasz, Tanja Behnke, Giovanni Rosetti, Bratumil Gonski („Bratschek“), Eleftherios Papakonstantinou („Pappa“), Henri Koslowski …
+  Samantha Bloomfield-Somerville, Sir Reginald Earl of Somerville, Jeff Hargraves, Donovan Leech, Jennifer Jefferson, „Raffles“ und „Joker“ …
+  Goodwin Merriwell, Luna Lightbone, Floyd Dungold, Sangyun Kim, Alexandra Woodrow, Melville Blight…
 Das sind die Leute, mit denen ich einen Großteil meiner Tage verbringe. Eine merkwürdige Ansammlung mehr oder weniger absonderlicher Namen, nicht wahr?
Richtig geraten - es sind Figuren aus den Romanen, an denen ich gerade arbeite, mehr oder weniger parallel.
Im ersten Absatz findet Ihr die Personen aus meinem Krimi „Russensärge“, der in Augsburg-Oberhausen spielt und demnächst bei Endeavour Press erscheint. Die Handlung spielt im Bestatter-Milieu, und da geschieht Grausiges…
Der zweite Absatz deutet ganz klar auf einen britischen Schauplatz hin. Es ist Oxford, und es dreht sich darin um Liebe, Sünde und Fantasien. Der Roman wird in der Edition Combes erscheinen.
Der dritte Roman wird Euch, wenn er fertig ist, in die USA entführen - Seattle ist hier der Haupt-Schauplatz. Die abenteuerliche Geschichte um Merry, wie der Student Goodwin Merriwell meist genannt wird, entführt die Leser auf eine abenteuerliche Reise westwärts bis nach Jakarta, gemeinsam mit dem Gogo-Girl Luna, seiner Schwester.
Wie komme ich auf all die Namen? Nun, die Augsburger Namen finde ich meist auf dem Nordfriedhof, aber ich kombiniere sie natürlich anders, als sie auf den Grabsteinen stehen. Manche sind auch einfach erfunden, zum Beispiel Bratumil Gonski, für dessen Schlitzohrigkeit es aber ein real existierendes Vorbild gibt.
Britische und amerikanische Namen sind im Internet recherchiert - im einen Fall in englischen Namenslexika und im Oxforder Telefonbuch, im anderen Fall im Geschäftsindex von Seattle. Alle drei Schauplätze dieser Romane kenne ich aus eigener Anschauung.

Namens-Recherche ist sehr wichtig. Zwar lasse ich auch ein Gretchen in Oxford auftreten (als deutsches Kindermädchen), genau wie in einem Alpenroman mal eine Lady Emerson vorkommen könnte (als Hotelgast), aber in der Regel vermenge ich so etwas natürlich nicht.
 Meine Kollegin Angeline Bauer hat mehr darüber geschrieben, wie Autoren die Namen ihrer Romanpersonen finden. Deshalb lohnt sich wieder mal ein Blick in ihren Blog!